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Manchmal werden Vorurteile gegenüber deutschen Düsterfilmen einfach nur bestätigt. Das Regieteam Felix Fuchssteiner und Katharina Schöde („Smaragdgrün“) wollte offenbar alles mögliche in ihren Horror-Mystery Exkurs reinpacken und verzettelt sich dabei zusehends. Wären zuletzt noch Zombies aufgetaucht, hätte es auch nicht weiter überrascht.

Der 18jährige Finn (Max Schimmelpfennig) leidet noch immer unter dem Trauma des frühen Ablebens seiner Schwester und schluckt neuerdings ominöse Pillen, bis er entdeckt, dass diese mit seltenen Sporenpilzen versetzt sind. Gemeinsam mit seinen Freunden Lena (Lea van Acken) und Samira (Tijan Marei) will er das Geheimnis einer vermeintlichen Verschwörung ergründen und stößt auf Abgründe…

Nach einem temporeichen und sogar einigermaßen blutigen Auftakt wird eine gewisse Erwartungshaltung geschürt, welche die Erzählung leider nie erfüllen kann. Zwar reichen die flüchtigen Figurenzeichnungen aus und die allgemeine Geheimniskrämerei vieler Nebenfiguren hält über weite Teile bei Laune, doch eine konkrete Richtung will sich nicht herauskristallisieren.

Mal hat man es mit huschenden Geistern zu tun, dann gibt es Einschübe von Telepathie, während anderswo so etwas wie eine Freimaurerverschwörung angezettelt wird, die bis in familiäre Wurzeln zurückzugreifen scheint. Mittendrin unser weitgehend sympathisches Trio, - doch selbst hier können sich die einzelnen nicht darauf einigen, wer nun mit wem.

Zugute halten kann man dem Werk einige recht atmosphärische Szenen, wie etwa ein mysteriöses Vorkommnis in einer nächtlichen Waschstraße oder einige Momente an einer Staumauer. Auch die meisten CGI in Form von Dämonenfratzen oder einem Fremdkörper im jeweiligen Rachen gehen in Ordnung und selbst der Score ist um Vielseitigkeit bemüht.
Doch der Stoff spielt mit zu vielen Andeutungen und aufgeworfenen Fragen, die nur selten oder unzureichend behandelt werden.

Spätestens als zwei russische Geisterbeschwörer aufkreuzen, nimmt die Chose zeitweise trashige Züge an und auch während des halbwegs temporeichen Showdowns wirken einige Szenen eher ungelenk in Richtung Mummenschanz. Und natürlich klärt sich nicht alles auf, - ganz im Gegenteil wird noch ein Cliffhanger für eine eventuelle Fortsetzung untergebracht.

Speziell den spielfreudigen Jungmimen ist dabei wenig anzukreiden, denn die bilden das darstellerische Herzstück, während die Erwachsenen, bis auf den großartigen Horst Janson überwiegend steif performen und mit wenig dankbaren Dialogen ausgestattet sind.
So ergibt sich am Ende ein Konglomerat aus vielen Versatzstücken, die von Exorzismus, merkwürdigen Ritualen bis zu teuflischen Verschwörungen reichen, was zu selten Spannung aufkommen lässt und allenfalls ein Mitfiebern auf Sparflamme ermöglicht.
4,5 von 10

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