Review

„Save the Green Planet“ ist ein hervorragender koreanischer Film, der schwer in ein bestimmtes Filmgenre einzuordnen ist.


Lee Beyong-gu ist eine ganz merkwürdiger Typ. Bewaffnet mit einer Art Mentholspray und einem selbstgebauten Helm ist er sich sicher, dass die Welt bald von Aliens vom Planeten Andromeda vernichtet werden soll. Dies soll genau am Tag der Mondfinsternis passieren.
Lee ist der festen Überzeugung, dass der Großindustrielle Kang Man-Shik ein Alien ist.
So entführt Lee zusammen mit seiner Freundin Sooni Kang in sein Haus auf einen Berg.
Dort beginnt für Kang quasi die Hölle auf Erden. Kang wird von Lee gefoltert, da dieser über Kang Kontakt mit dem Prinzen der Aliens aufnehmen will. Haare abschneiden (dies sind die Kontaktantennen) und die Füße „anrauen“, um diese mit dem Mentholspray zu bearbeiten, sind noch das harmloseste.
Mittlerweile hat auch die Polizei gemerkt, dass Kang verschwunden ist. Zwei völlig unterschiedliche Polizisten (Routinier und Frischling) machen sich auf die Suche nach Kang. Viel Zeit haben sie aber nicht mehr, denn die Mondfinsternis kommt näher und näher...


„Save the green Planet“ ist ein merkwürdiger Film, den man nicht so leicht in eine Schublade stecken kann. Das DVD-Cover zeigt z.B. Lee mit seinem verrückten Helm und jeder denkt, hier hat man eine koreanische Komödie vor sich. So beginnt der Film eigentlich auch, wandelt sich danach aber recht schnell in einen Thriller um mit dem scheinbar Verrückten Lee, der vollkommen besessen von seiner Mission ist.
Optisch ist „Save the...“ wunderbar gemacht. In dem unterirdischen Gefängnis ist eigentlich alles vorhanden, was ein Folterkeller so her gibt. Die hervorragenden Schauspieler tun dabei ihr übriges, den Film so gut wirken zu lassen.

Ein Großteil des Films besteht natürlich aus dem Duell Lee vs. Kang. Und teilweise glaubt man wirklich, einen waschechten Sicko-Film vor sich zu haben. Ob Starkstrom, Axt und was weiß ich, Lee benutzt fast alles, um Kang endlich zum sprechen zu bringen.
Teilweise werden Erinnerungen an Stephen Kings „Misery“ wach.

Knapp 2 Stunden wird der Zuschauer blendend unterhalten, schwarzer Humor und harte Szenen wechseln sich ab. Wunderbar gelungen ist die Hommage auf Kubricks „2001“ gegen Ende des Film, wobei dies nicht die Einzige Idee ist (selbst die bekannte deutsche Historie muss dran glauben). Gegen Ende geht es hier wirklich rund und der Zuschauer kann die Auflösung des Films kaum erwarten.

Als Kritikpunkt könnte man hier maximal den raschen Einstieg nennen. Der Zuschauer erfährt nicht wirklich, woher Lee sein „Wissen“ hat, auch wenn Dutzende Bücher möglicherweise einen Hinweis liefern. Zu Begin wird man jedenfalls von diversen Details erschlagen, wie man Aliens erkennt, wo ihre empfindlichen Stellen sind (es sind drei und eine ist wohl bekannt) usw. usw. Das war es dann aber auch, denn sonst macht der Film einfach Spaß. Da ich selber nicht der riesige Asia-Fan bin, war ich wirklich überrascht, den oft werden asiatische Filme regelgerecht hochgejubelt, gerade auch das koreanische Kino. Doch diesmal wirklich zu Recht.


Fazit: Ein Klasse Film aus Südkorea, der wirklich unterhält und Spaß macht. Einigen Leuten könnte der Film sicherlich zu abgedreht sein, da man hier wirklich nicht sagen kann, dies ist ein Thriller oder eine Komödie. Der Film umfasst diverse Genre, die im Eiltempo durchlaufen und gewechselt werden. Ich bin begeistert!

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