Wahrscheinlich könnte man eine schier endlos erscheinende Liste jener Filme anfertigen, bei denen das Thema Künstliche Intelligenz außer Kontrolle das Hauptthema ist. In jene Liste reiht sich auch das Langfilmdebüt von Regisseur Jay Ness ein.
Chloe (Alexys Gabrielle) stimmt kurzerhand einem neuartigen Testprogramm zu, um ihr Gedächtnis, welches nach einem Unfall schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, wieder auf Vordermann zu bringen. Hierfür bewohnt sie für eine gewisse Zeit ein eigens dafür vorgesehenes Haus, in dem sie von der Künstlichen Intelligenz Aida via Sprache betreut wird. Doch schon bald scheint Aida ein merkwürdiges Eigenleben zu entwickeln…
Heutzutage können Eltern ihr Kind nicht mehr Alexa nennen, weil sonst der halbe Haushalt durcheinander geriete und bereits 1968 scheint ein gewisser Stanley Kubrick erahnt zu haben, wozu Computer eventuell irgendwann fähig sein dürften. Hal stand vielleicht auch ein wenig Pate bei vorliegendem Sci-Fi-Thriller, denn über das gesprochene Wort geht die Macht Aidas lange Zeit nicht hinaus.
Das Setting ist simpel, das Haus relativ kühl und unpersönlich eingerichtet, passend zum Kernthema. Aida darf man sich wie eine Art Bullauge oder halbrunde Kamera in verschiedenen Größen, je nach Zimmer vorstellen, welches mit leichtem Farbflimmern angibt, ob es derzeit aktiv ist.
Das Anderthalb-Personen-Stück gestaltet sich anfangs noch einigermaßen ansprechend, zumal Chloes Unfallhintergrund erst später durch Andeutungen geklärt wird und natürlich ein wenig ausgereizt wird, inwieweit Aida zu diversen Themen etwas beisteuern kann.
Immerhin sind die futuristischen Elemente nicht übermäßig ausgeprägt, wodurch die Umgebungen weitgehend glaubhaft erscheinen. Demgegenüber sind es die Entwicklungen des Computers nicht, zumal dem Eigenleben ein nachvollziehbarer Background fehlt und einige Aspekte ins Hanebüchene abdriften. In der finalen Etappe herrscht zuviel Willkür, was in Sachen Dramaturgie und Suspense recht kontraproduktiv ist.
Da mag Hauptdarstellerin Gabrielle noch so engagiert performen, - mag merkt ihr die vier Jahre Abstinenz vor der Kamera phasenweise deutlich an und auch die wenigen übrigen Mimen vollbringen keine Glanzleistungen. Der Score reißt ebenfalls nicht viel und die Inszenierung der zwei, drei Gewalteinlagen zeugen einerseits von mutloser Natur und andererseits vom mangelnden Budget.
Daran allein scheitert der Stoff jedoch nicht, sondern primär an seiner Vorhersehbarkeit, die sich bis zur letzten Szene erstreckt und alles andere als Twists parat hält.
Ausbleibender Thrill, allgemeine Ereignisarmut und das nicht sonderlich flotte Erzähltempo erledigen den Rest.
3,5 von 10