Leider erwacht das Skelett nie so wirklich, auch wenn der Titel suggeriert, dass da eine Knochengestalt womöglich durch viktorianisch-gotische Kulissen stölkert, - es geht vielmehr um zwei leicht psychotische Halbbrüder und Wissenschaftler, die meinen, mit simplen Forschungen das Böse aus der Welt vertreiben zu können.
Routinier Freddie Francis hat die Aushängeschilder der Hammer-Studios Cushing/Lee selten so dröge in Szene gesetzt.
Peter Cushing bekleidet die Rolle des Professors Emmanuel Hildern, der in Neu-Guinea ein riesiges Skelett gefunden hat und es zur genaueren Untersuchung ins Labor seines Hauses transportieren lässt.
Im Haus lebt auch seine Tochter Penelope, der er das Geheimnis ihrer Mutter verschweigt, die nicht tot ist, sondern viele Jahre in der Nervenheilanstalt seines Bruders James (Christopher Lee) verbrachte. Um ein neuartiges Serum zu entwickeln, verabreicht er dies Penelope in der Hoffnung, dass diese nicht dasselbe Schicksal ihrer Mutter ereile, doch das hat ungeahnte Konsequenzen…
Mal wieder Cushing als knarziger Wissenschaftler mit strengen Prinzipien und mal wieder Lee als dubioser Schmierlapp mit machthungrigen Hintergedanken.
Das macht soweit Spaß und zeigt die beiden in der jeweiligen Paraderolle, doch das Drumherum kommt leider zu keiner Zeit auf den Punkt.
Da wird das Skelett gewaschen und lebendes Gewebe bildet sich am Fingerknochen (blutet sogar, obgleich kein Blutkreislauf gegeben ist…) und man untersucht mehrfach Blutstropfen unter dem Mikroskop. Hanebüchene Thesen werden genauso verbreitet wie pädagogischer Schwachsinn, denn Töchterlein soll niemals das Haus verlassen und grundlegend aus dem Zimmer ihrer Mutter fernbleiben.
Was also macht Penelope? Klar, sie schnüffelt, entdeckt die Lügen und wird aufmüpfig, indem sie vom braven Mägdelein zum blutrünstigen Vamp in einer Dorfkneipe mutiert.
Und das bringt sogar Freude, denn die Verwandlung verläuft einigermaßen spannend, bringt dramaturgische Kniffe und lässt überhaupt erstmal ein wenig Bewegung aufkommen.
Daneben gibt es noch den Handlungsstrang mit einem flüchtigen Irren, der weit weniger interessant ausfällt und offenbar lediglich dazu eingeflochten wurde, um grimmige Visagen und ängstliche Gesichter festzuhalten, ja gut, sogar ein wenig Martial Arts goes Dorfkneipe.
Um das Skelett itself ist es schlecht bestellt, denn das liegt die meiste Zeit auf dem Labortisch, während drumherum haltlose Theorien aufgestellt werden.
Erst in den letzten Minuten wird es entführt und weil Feuchtigkeit das Ding zum Leben erweckt, - Regen ausgesetzt.
Dabei erinnert man sich allenfalls noch an alte Dracula-Streifen, denn abermals juchtert Cushing seinem Erzfeind Lee zu Pferde hinterher.
Wenn man das Gespann Lee/Cushing gerne sieht und in atmosphärischen Kulissen walten lässt, ist das bereits die halbe Miete. Doch über die kommt man kaum hinaus, da das Skelett und die davon ausgehende Bedrohung zur Randerscheinung verkommen und familiäre Intrigen und Machenschaften vielmehr im Vordergrund stehen.
Der Sache fehlt der rote Faden, ein ordentlicher Spannungsbogen und vor allem Bewegung.
Lediglich der gut platzierte Ausgang kann das mittelmäßige Bild eines Gruslers minimal aufwerten, von daher knapp
6 von 10