Die Geschichte zu diesem russischen Horror-Thriller könnte sich den ersten Teil von „Final Destination“ als Vorbild genommen haben, wo eine Handvoll Leute einen Flugzeugabsturz überlebt. Der zweite Film von Alexander Babaev („The Evil Ones – Die Verfluchten“) ist überdies deutlich von Hollywood-Vorbildern inspiriert worden.
Vor 20 Jahren überlebte Katja als einzige einen Flugzeugabsturz. Mittlerweile arbeitet sie als Psychologin und hat mit Diana eine kleine Tochter. Gemeinsam wollen sie Katjas Vater besuchen, doch kurz nach dem Start des Flugzeugs hat sie Visionen, die sich zusehends mit der Realität vermengen…
Es sei mal dahin gestellt, ob eine Passagiermaschine mit nur sieben Leuten in der Business Class bei widrigen Wetterbedingungen überhaupt starten würde. Aber dadurch konnte man Personal sparen, zumal ein Dreh mit vielen Personen auf engem Raum derzeit immer noch mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Aufgrund der überschaubaren Figurenkonstellation fällt eine schlichte Charakterzeichnung leichter und die Konzentration auf die wesentlichen Figuren gelingt recht gut.
Allerdings lässt sich Babaev etwas viel Zeit, bis unheimliche Vorkommnisse eine wirkliche Bedrohung aufkommen lassen. Denn zunächst vermischen sich Vergangenheit und Gegenwart auch in räumlicher Dimension, so dass etwa eine Küchentür direkt in den Gang des Flugzeugs führt. Als der erste Todesfall eintritt, was auf den ersten Blick auf eine natürliche Ursache hindeutet, ereignen sich kleine Begebenheiten am Rande, die wiederum auf übersinnliche Hintergründe hinweisen könnten.
Derweil hat er so seine Momente, wenn Stewardessen wie lethargisch vor dem Gang sitzen oder ein verrückter Maler ein großes Geheimnis um seine Entwürfe macht. Die wenigen Spezialeffekte, auch hinsichtlich des reinen Katastrophenfilms, sind passabel in Szene gesetzt, das Make-up arbeitet sauber und der bemühte Score ist von Erfolg gekrönt.
Auch darstellerisch ist nichts auszusetzen, allerdings weist die Synchro einige Schwachstellen auf.
Den nur 78 Minuten haftet etwas kammerspielartiges an, da sich der Großteil eben an Bord der Maschine abspielt und nur wenige Außenaufnahmen davon zeugen, dass sie sich überhaupt fortbewegt. Sonderlich innovativ gestaltet sich der Flug insgesamt nicht, die Auflösung ist jedoch einigermaßen zufrieden stellend und obgleich sich einige bedeutende Ereignisse oft im Voraus ankündigen, ist spätestens ab Mitte des Treibens ein ordentliches Tempo gegeben. Kann man mitnehmen.
6 von 10