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Bereits kurz nach Veröffentlichung des gleichnamigen Videospiels gab es vage Pläne für eine filmische Umsetzung, doch seit 2008 sind viele Namen in Sachen Regie und Besetzung gefallen. So sollte Mark Wahlberg zwischenzeitlich die Hauptrolle übernehmen, er verkörpert nunmehr den Mentor, während der noch recht jung aussehende Tom Holland die Figur des eigentlichen Helden übernimmt.

Seit rund 500 Jahren gilt das erbeutete Gold des Entdeckers Magellan als verschollen. Nate (Holland), der sich seit seiner Kindheit mit der Geschichte berühmter Entdecker auseinandersetzt, erhält vom Gauner Sully (Wahlberg) die Möglichkeit, ein Artefakt aufzuspüren, um damit dem Goldschatz ein ganzes Stück näher zu kommen. Doch auch andere haben die Spur des Schatzes aufgenommen…

Zuweilen ist es von Vorteil, die Videospielvorlage nicht zu kennen und so ständigen Abgleichen aus dem Weg zu gehen und den Streifen ausschließlich als reinen Abenteuerfilm zu betrachten. Als solcher fackelt er nicht lange und nimmt zu Anfang eine Actionszene am Rande eines Transportfliegers vorweg, auf die im Verlauf noch ausführlicher eingegangen wird. Sie offenbart auch, dass hanebüchene Vorkommnisse als nahezu selbstverständlich dargestellt werden.

Nate, der als geschickter Barkeeper und Gelegenheitsdieb unterwegs ist, harmoniert erstaunlich gut mit Sully, was im Verlauf einige Attribute eines typischen Buddy Movies erhält, wozu die schlagfertigen Dialoge durchaus beitragen. Das Timing dürfte Regisseur Ruben Fleischer aufgrund seiner Erfahrungen mit „Zombieland“ zugute gekommen sein.
Auch begeht er nicht den Fehler, ein Love Interest zu installieren, obgleich mit Chloe (Sophia Ali) eine Dritte im Bunde mitmischt. Die Gegenseite fällt hingegen etwas flach aus, zumal Antonio Banderas und Tati Gabrielle kaum Gelegenheit erhalten, ihre fiesen Seiten vollends auszuspielen.

Derweil setzt Fleischer auf Tempo und Action, wobei diverse Schauplatzwechsel zwischen Barcelona und den Philippinen überraschend wenig Schauwerte einfahren und auch kurze Verfolgungsjagden mit kleinen Parcourseinlagen gestalten sich eher unspektakulär. Je verrückter die Action wird, umso mehr wird auf CGI gesetzt, was bei Schiffen aus dem 16. Jahrhundert nicht ganz so überzeugend wirkt, bei besagter Szene zwischen Fracht, Gegnern und Seilen in luftiger Höhe recht gut funktioniert.

Leider kommen diverse Rätsel deutlich zu kurz, denn obgleich auch mal Pfeilschüsse ausgelöst werden, reicht es oftmals aus, das Artefakt im einen oder anderen Schlüsselloch anzuwenden und auch ein Postkartenrätsel gestaltet sich eher banal. Es bleibt eine Schnitzeljagd mit wenigen Schnipseln.

Am Ende punktet die allgemeine Chemie zwischen den gut aufgelegten Mimen, während das flotte Tempo innerhalb der 116 Minuten keinen Leerlauf zulässt. Erinnerungswürdig ist daran wenig, Überraschungen bleiben rar, doch zum reinen Berieseln und Abschalten bildet „Uncharted“ keine schlechte Wahl.
6,5 von 10

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