Review

For The Players?


Als PlayStation-Fan nahezu seit Stunde null ist „Uncharted“ im Kino natürlich Pflichtprogramm. Erst recht mit dem Star des Moments, Tom Holland. Trotz aller (auch von mir kommenden) Unkenrufe seit seiner Ernennung als Nathan Drake. Mit gehörig Skepsis aber auch Hoffnung im Gepäck, auf eine erste immerhin solide Verfilmung einer der spektakulärsten Videospielreihen aller Zeiten. Das wäre in dieser Gattung ja schon ein voller Erfolg… Erzählt wird von einem jungen Abenteurer, der unter der Aufsicht seines kommenden Mentors und jetzigen Frotzelpartners einem legendären Schatz quer über den Globus hinterherjagt…

„Uncharted“ ist ein moderner, flotter und flacher Abenteuerblockbuster. Nie mehr, nie weniger. Auf Grund meiner Spieleerfahrung und -sympathie sowohl mit leichtem Bonus als auch ein paar Sorgenfalten mehr, aber im Grunde nie schmerzhaft. Das ist schonmal eine Erleichterung. Ähnlich angesiedelt wie der letzte „Tomb Raider“ mit Alicia Vikander würde ich sagen. Mit einem Schuss „Red Notice“ in minimal besser. Laute, spritzige und CGI-heavy Unterhaltung auf filmischem Fast Food-Niveau. Flapsig und etwas faul. Ohne allzu lang ein schlechtes Gewissen zu haben oder zu machen. Und noch in geregelten Maßen. Holland schlägt sich wacker, hat eben eine Menge Charisma und Charme. Dennoch halte ich ihn (selbst in einem Prequel zu den Games) für zu jung und immer noch fast fehlbesetzt, trotz all seiner Vorzüge. Mit Wahlberg gibt’s eine Menge Sprüche und Seitenhiebe, die Chemie passt. Die Bösewichtin ist gelungen und böse, wie mit Banderas umgegangen wird ist unter aller Kanone und irgendwo zwischen mutig, witzig und bescheuert. Einige Setpieces sind der Wahnsinn (Finale!). Es gibt eine Menge Easter Eggs für uns Kenner. Und Abenteuerstoff gibt’s eh viel zu wenig. Doch im Endeffekt spiele ich das alles natürlich zehnmal lieber als es mir relativ unbeteiligt, kalt und kalkuliert anzugucken. Da gibt’s wirklich keine zwei Meinungen zu. Dazwischen liegen qualitativ und immersiv wirklich Welten. 

Fazit: natürlich sind die Spiele meilenweit besser, krachender, kreativer und cooler. Selbstredend kann das auch nicht mit dem filmischen Vorbild Indy mithalten. Und natürlich kommt erst richtig Gänsehaut auf, wenn das Spiel oder der legendäre Score direkt zitiert wird. Und dennoch unterhält das alles ordentlich und ist dem Gamefilmschnitt oder gar Gurken a la „Assassins Creed“ oder „Need For Speed“ überlegen. Immerhin. Doch die Latte liegt halt tief…

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