Review
von Leimbacher-Mario
Carpenter-King-Light
Was an Hits und berühmten IPs aus den letzten vier Jahrzehnten noch nicht neu aufgelegt wurde, kann sich glücklich schätzen. Denn lauwarme Remakes wie der neue „Firestarter“ beweisen einmal mehr, dass selbst technische Kompetenz und ein Abarbeiten der Vorlage mit moderneren Mitteln noch lange nicht reichen, um wirklich eine Daseinsberechtigung zu erreichen… Erzählt wird von einem jungen Mädchen (u.a.) mit pyrokinetischen Feuerfähigkeiten, von ihren ebenfalls begabten Eltern und einer Welt, in der „Mutanten“ wie sie leider nie als X-Men angesehen werden würden…
Der Funke springt nicht über
Der Carpenter-Score hat mich vibrieren und vor Glück grinsen lassen. Da habe ich mir direkt die Vinyl bestellt, dass Ding ist toll und ich hätte nicht mit einer derart wuchtigen und retrotastischen Klangkulisse gerechnet. Erst recht nicht bei einem dermaßen von Kritik wie Publikum gleichermaßen abgestraften Version eines beliebten Klassikers. Das hat A-Liga-Quali auf der Tonspur. Dann gibt’s mit Daddy-Zac Efron was für's Auge der Ladies, das Feuer wirkt oft erfreulich handgemacht und echt, die Effekte sind passabel bis gut. Zudem ist das Intro famos und hochwertig auf 80er gemacht, untermalt wie gesagt von einem Soundtrack des Meisters der Synthies. Und an der jungen Hauptdarstellerin liegt's sicher auch nicht, dass es insgesamt nie ganz reicht. Dass die Kleine für eine Himbeere nominiert wurde ist eine Dummheit und Frechheit, an ihr liegt das weitergehende Versagen hier sicher am allerwenigsten. Insgesamt hatte ich sogar weitaus Schlimmeres erwartet bei dem niederschmetternden Tenor allgemein. Der neue „Firestarter“ ist sicher kein heißes Eisen im Feuer, aber gänzlich kalt lässt er mich auch nicht. Klar, das Original mit der kleinen Barrymore ist deutlich besser. Und richtig gebraucht hat diesen Aufguss keiner. Jedoch habe ich ehrlich gesagt auch schon viel miesere Updates gesehen. Ein paar Gewaltschnitte merkt man ärgerlich, einige Dialoge wirken unfreiwillig cheesy und komisch, Efron ist als humorfreier Schauspieler oft sehr steif und die Charakterentwicklungen geschehen hier leider sprunghaft und komplett ohne Gefühl, Sinn, Balance. Als ob man fünf Staffeln „Stranger Things“ in 90 Minuten packt. Das ist dann am Ende nie und nimmer gut. Aber es ist eben durch seine B-Note wie die Musik oder ein paar einzelne, stylische Bilder doch noch passabler als man meinen könnte.
Fazit: Score, Optik und ein paar Momente reichen leider nicht, um die Summe seiner Teile wirklich würdig oder lohnend zu machen. Der neue „Firestarter“ tut zwar nicht weh, gerade wenn man nicht alle fünf Minuten mit dem Original oder der Vorlage vergleicht, bleibt aber erstaunlich blass und… unterkühlt.