Einige Science Fiction Filme waren ihrer Zeit um Jahrzehnte voraus und wirken aus heutiger Sicht wie erschreckende Prophezeiungen wie „Der Tag, an dem die Erde Feuer fing“. Andere arbeiten mit technischen Veränderungen, die bereits längst Teil unserer Alltäglichkeit geworden sind. Zwei dieser Themen, die Autor und Regisseur Guy Moshe aufgreift, kreisen um Klonen und Virtuelle Realitäten.
Man schreibt das Jahr 2048: Aufgrund toxischer Sonneneinstrahlung befinden sich die Menschen tagsüber in virtuellen Welten. Nur Broker Adam (James D'Arcy) arbeitet stoisch von seinem Büro aus. Eines Tages erhält er die Hiobsbotschaft, dass sein Herz nicht mehr lange mitmachen wird. So will er seine Ex Reena (Anna Brewster) und die drei Kinder finanziell absichern, doch die exklusiv abgeschlossene Versicherungspolice „Premium 3“ und Reena sehen eine andere Zukunft vor…
Moshe versuchte mit möglichst geringem Aufwand eine dystopische Welt zu kreieren, was zumindest bei den simplen Grundlagen funktioniert, zumal sich ein Großteil der Handlung in überschaubaren Innenräumen abspielt. Also keine Massenszenen, weil tagsüber ohnehin kein Alltagstrubel möglich ist, jedoch auch keine Vorgeschichte, weil das womöglich den finanziellen Rahmen gesprengt hätte. Die meiste Zeit haftet der Erzählung etwas Kammerspielartiges an.
Allerdings wird man mit keinem der ohnehin wenigen Individuen warm: Adam ist ein pedantischer Jammerlappen, der offenbar nur noch ein wenig Spaß bei der Liaison mit seinem virtuellen Love Interest verspürt, während seine Ex eine regelrechte Giftschlange ist, die jede Schwäche ihres ehemaligen Partners zu ihren Gunsten ummünzt. Lediglich eine halbwegs coole Randfigur (Delroy Lindo) bringt ein wenig Pep in die ansonsten eher einschläfernde Bude.
Denn zwischen Ehedrama und Zukunftsmusik vermag sich die Geschichte lange Zeit nicht zu entscheiden. Zwar sind mitunter ein paar zynische Töne auszumachen, wenn Adam mit Ganzkörperanzug im Cabrio zum Büro fährt oder bei der Putzfrau im Flur erst im letzten Moment feststellt, dass es sich um einen menschlichen Klon handelt, doch die mehrheitlich schwachen Dialoge verhindern ein Eintauchen in philosophische Gefilde.
Viele Themen werden lediglich angerissen, dann aber nicht weiter vertieft und selbst essentielle Aspekte wie Vor - und Nachteile beim Klonen menschlicher Eigenschaften unterliegen einer latenten Oberflächlichkeit.
Inmitten dessen kann einem Hauptdarsteller D'Arcy schon fast Leid tun, denn der müht sich in gewisser Weise in doppelter Hinsicht. Seine starke Präsenz und das nuancierte Spiel verhindern jedoch nicht, dass der Stoff, obgleich er zum finalen Akt Einschläge eines Thrillers aufweist, zum reinen Langweiler mutiert.
„LX 2048“ hält ein paar interessante Ideen parat, doch diese werden weitgehend emotionslos und meistens humorlos umgesetzt und es gibt weder Temposzenen, noch sonderlich spannende Einzelmomente, um der faden Stimmung entgegenzuwirken.
3,5 von 10