Review

Neugier ist tief in der menschlichen Natur verankert und ohne sie gäbe es deutlich weniger Fortschritt. Oder Erkenntnisse, wenn ein Kind die heiße Herdplatte berührt, obgleich es eindringlich davor gewarnt wurde. Verbotene Orte reizen allerdings nicht nur Kinder und werden Warnungen dazu ausgesprochen, lockt das natürlich umso mehr.

Albert leitet die Umzugsfirma „Second Chance“, die vor allem ehemaligen Häftlingen ein berufliches Standbein bieten will. Gemeinsam mit den Kollegen Imani und Carlos soll das Herrenhaus des alten Kauzes Vern binnen kurzer Zeit gegen einen stattlichen Aufpreis ausgeräumt werden, als einer von ihnen unter alten Schriften eine Verbindung zu den Nazis aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt…

Aus Kostengründen produzierte man primär in den 80ern eine Menge Horrorfilme, die sich auf einen Ort konzentrierten, an dem eine Handvoll Leute Opfer einer übersinnlichen Entität wurden. Regiedebütant Jerren Lauder nimmt sich dieses Muster zum Vorbild und fokussiert sich ausschließlich auf das alte Anwesen mit zunächst nur vier Personen, die anfangs ihrem Job mehr oder minder seriös nachgehen. Zwar kommt das Umzugstrio dabei weitgehend sympathisch rüber, doch Einzelheiten des Einpackens hätte man sich hinsichtlich der ohnehin nur 80 Minuten Laufzeit gewiss sparen können.

Was es mit dem alten Bewohner auf sich hat, ist rasch enthüllt, etwaige Erklärungen sind ausschließlich hanebüchenen Ursprungs und tiefgründige Backgrounds sollte man überdies nicht erwarten. Immerhin kommt es im Verlauf zu einigen, wenigen Gewalteinlagen, die allesamt aus praktischen Effekten bestehen. Neben einer Einschusswunde geht etwas ins Auge, ein Schädel wird eingetreten und ein größeres Stück Haut entfernt. Gegenüber vielen anderen Aspekten ein Pluspunkt des Debütwerkes.

Denn das holprige Editing und die teils unsichere Kamera springen früh ins Auge und auch die Mimen bekleckern sich nicht mit Ruhm, was gleichermaßen für sämtliche Dialoge gilt.
Einige Requisiten fördern hingegen kurze atmosphärische Momentaufnahmen zutage und auch der Score geht in Ordnung.

Entsprechend merkt man dem Streifen sein geringes Budget und die mangelnde Erfahrung hinter der Kamera an vielen Stellen an und inhaltlich driftet die Chose vorm finalen Akt ohnehin in trashige Gefilde ab, spätestens als der Erklärbär die Bühne betritt.
Witzig ist hier allerdings kaum etwas, allenfalls sind unfreiwillig komische Momente (Zwillinge) vorzufinden, während sich spannende Szenen eher selten auftun.
„Stay Out“ ist so ein typischer Genrefilm, der mit wenig Aufwand betrieben ebenso wenig erzählt und nach dem Sichten rasch vergessen ist.
Knapp
5 von 10

Details
Ähnliche Filme