Es ist so etwas wie Liebe auf den ersten Blick zwischen der 19-jährigen Mirta (Alice Pagani) und dem kaum älteren Robin (Rocco Fasano), als sie sich in einer Disco kennenlernen - doch leider währt das Glück nur kurze Zeit, denn Robin ist drogensüchtig und nutzt die Gefühle seiner neuen Freundin, sie ebenfalls anzufixen. Nach einer ausgelassenen Autofahrt, mit teilweise geschlossenen Augen am Steuer, gönnen sich die beiden in einer Kiesgrube einen Schuß - es soll ihr letzter sein, denn beide sterben gemeinsam an dieser Überdosis. "Wir kommen wieder" sind Robins letzte Worte.
Wiederkommen ist allerdings nur für Mirta eine Option, die sich aus einem Wandgrab selbst befreit, um danach voller Seelenschmerz feststellen zu müssen, daß Robin diese Art Auferstehung nicht vergönnt war. So schleppt sie sich erst einmal in den Wald, wo sie feststellt, daß sich körperliche Veränderungen eingestellt haben bezüglich ihrer Hautfarbe: die wird nämlich zunehmend dunkel, zumindest an den Händen. Weiters färben sich ihre Pupillen komplett schwarz und sie entwickelt einen mächtigen Blutdurst. Notdürftig mit einer Sonnenbrille getarnt läßt sie sich in der Kennenlern-Disco von irgendeinem Typen abschleppen, dem sie dann in dessen Auto die Halsschlagader öffnet - ihr erstes Opfer. Auf der Suche nach ihrem früheren Leben kehrt sie in ihr Elternhaus zurück, wo sie allerdings bereits erwartet wird: eine Zombiejäger-Sekte hat ihre Spur aufgenommen und setzt sie mit Tasern und Kugeln schachmatt. Im letzten Moment kann sie schwer verwundet entkommen, als sie von einer anderen Untoten auf einem Motorrad mitgenommen wird...
Eine etwas andere Heransgehensweise an die Zombie-Thematik präsentiert Regisseur Andrea De Sica mit seinem Untoten-Drama Töte mich nicht: in meist dunklen, blaustichigen Bildern läßt er die ahnungslose Hauptdarstellerin ihre neue Existenz erleben, stets auf der Flucht vor schwerbewaffneten Sektenmitgliedern und hoffnungsloser Sehnsucht nach ihrem Verflossenen.
Ihre Retterin, selbst eine Untote, führt sie langsam in die Gepflogenheiten des Zombiewesens ein und hat wenig Verständnis für die romantischen Gefühle Mirtas, die immer noch daran glaubt, daß Robin eines Tages wieder aufkreuzt. Leider ist das auch schon die ganze Handlung des Films, denn abgesehen von einigen Rückblenden in glücklichere Zeiten des jungen Paars bis hin zu einem erwartbaren Showdown gegen ein ganzes Dutzend Zombie-Jäger hat der Film storytechnisch nichts weiter zu bieten.
Und das ist dann einfach deutlich zu wenig, um überzeugen zu können. Zwar fallen die wenigen blutigen Szenen durchweg solide aus (vor allem durch die Farbfilter, die das Blut fast schwarz erscheinen lassen), doch ist das bißchen Gore nur Beiwerk, denn in der Hauptsache geht es um Mirtas Gefühlswelt: die junge Zombie-Dame mag sich so gar nicht mit der neuen Realität abfinden und schwelgt vielmehr in Erinnerungen an vergangene glückliche Zeiten: ihre erste gemeinsame Nacht mit Robin, intensiver Sex und zärtliche Liebesschwüre, doch all das ist unweigerlich vorbei. Stattdessen muß sie ihren Blutdurst zu dosieren lernen, ihre Opfer nicht gleich mit dem ersten Biss töten und sich vor allem unauffällig verstecken können.
Denn die Zombiejäger der sich Benandanti nennenden Sekte sind schnell da und verfügen über schallgedämpfte Waffen und Elektroschocker, mit denen sie die Zombies zwar nicht töten, aber zumindest kurzzeitig schwächen können. Hier driftet der Film dann ins Unrealistische ab, denn die kugelfesten(!) Untoten verfügen zwar über unerklärlich gewaltige Körperkräfte (und nieten mit Baseballschlägern bewaffnete Schläger spielend leicht gleich dutzendweise um), können aber relativ dünne Ketten, mit denen sie zeitweilig gefesselt sind, nicht zerreissen.
Auch eröffnet Töte mich nicht diverse Subplots, die komplett ins Nichts führen wie Mirtas Mutter, die anscheinend blind ist (wieso dieses?) oder ihren gerade noch trauernden Vater, der sich dennoch einen Seitensprung gönnt (hmm?) oder jenen besten Freund von Robin, der Mirtas Zombie-Geschichte einfach so, ohne weitere Fragen schluckt und sich dann ganz nebenbei mal selbst die Kehle aufschlitzt. Dies und vieles Andere ergeben schlichtweg keinen tieferen Sinn, und da sich die Regie in möglichst eindrucksvollen, manchmal melancholischen Bildern verliert, den Score von düsteren Elektrobeats hin zu Opernarien springen läßt und selbst aus den wenigen Actionszenen somit komplett das Tempo herausnimmt, wird die Geschichte mit zunehmender Dauer einfach langweilig. Dazu kommt, daß die ganze Szenerie mangels weiterem erzählerischem Background (wie z.B. ermittelnder Polizisten, Zeitungsschlagzeilen, Freunden, Nachbarn etc.) ohnehin streckenweise wie ein surrealer Traum anmutet.
Und da kein einziger der Akteure, weder durch sein Auftreten noch durch seine Optik, auch nur das kleinste bißchen Sympathie zu erzeugen vermag, ist man dann doch eher froh, wenn dieser seltsame Trip, den es bislang nur im italienischen Original gibt und der sich durch sein offenes Ende natürlich auch vor irgendeiner Aussage drückt, nach knapp 90 Minuten vorüber ist. Für die immerhin ambitionierte Kameraarbeit (aber auch nur dafür) gibts 4 Punkte.