So ein schöner Hot Dog, ein Pölser, bei unserem liebsten skandinavischen Inneneinrichter überall in Deutschland ist doch die Krönung des BILLY-Kaufs, doch nach Ansicht dieses Films hat sich meine Beziehung zu Bockwürstchen aufs Innerste gewandelt.
Überhaupt ein Erlebnis, mal über einen Film zu stolpern, bei dem man beim besten Willen nicht darauf kommen will, wer und vor allem warum man sich diesen Gesäßkrampf von Film hat einfallen lassen.
Wer ihn noch nicht kennt (und das werden ne Menge sein), der kann sich einigen Spaß damit machen und es darf Lokalpatriotismus aufkommen. Bundesgenosse Wolfgang Büld (der in seiner nicht unbedenklichen Vorgeschichte Verbrechen an der Menschlichkeit mit Titeln wie „Gib Gas, ich will Spaß“ , „Der Formel-Eins-Film“, „Manta, Manta“ und „Der Trip“ begangen hat) hat diesen Sleazekracher irgendwo in England runtergekurbelt und die Schote sorgt für eine geregelte Verdauung, was nicht mal an wirklich kruden Szenen, aber dafür an durchgeknallten Ideen liegt.
Unser allerliebste Heldin hier heißt Anne, die extrem knusprig ausschaut (ein Hingucker mehr), den auf französische Filme stehenden Biederradler Dennis aber für den lässigen Jack eintauscht, der mehr unter der Haube hat. Jack ist ein schlimmer Finger und mit demselber rutscht er südpolwärts, was Anne aber gar nicht behagt, die letzte Jungfrau, immerhin. Ob sie es denn mit der Hand machen könnte, fragt sie vorsichtig und als er nicht begeistert erscheint, will sie ihm gottergeben einen blasen (aber ohne schlucken!). Joho, die Pferde sind gesattelt, diese erzählerischen Untiefen wird dieser Schinken nicht mehr verlassen.
Vorher will Jack aber noch die edelsten Teile begutachten und weil die Innenbeleuchtung nichts Anatomisches zu Tage fördert, bittet er sie um Herauslehnen aus dem Fenster. Naiv wie sie ist, gibt sie nach und er kurbelt sie kurzerhand fest, steckt den Kopf durchs Schiebedach und nimmt die Widerstrebende von hinten.
Während draußen schon die ersten Frauenverbände aufmarschieren, tritt nun das Unglaubliche ein: dank genialem Unschärfetrick verschwindet Jackieboy plötzlich und hinterläßt lediglich seine Klamotten. Bei solchen Schocks rennt die Frau von heute natürlich zum Frauenarzt und der klingt doch gleich wie der Mann vom 7.Sinn nach einer Flasche „Kuschelweich“. Da kann was nicht stimmen und natürlich: der Gynäkologiker ist ein ganz schlimmer Finger und stülpt sich schon mal Gummiertes über alle 11 Grabbler. Er fordert zum Relaxen auf, betäubt per Entspannungsspritze und als sie des Nachts die Augen aufschlägt, liegt da nur noch ein Kondomi zwischen den festgeschnallten Beinchen.
Während ich nicht weiß, ob ich in mein Bier weinen oder lachen soll, steht sie kurz darauf zum dritten Mal vor Radel-Dennis, der ihr gleich ne Schwangerschaft unterstellt. Daheim beglotzt sie ein gibbernder Rollifahrer beim Duschen durchs Schlüsselloch, oh happy day...
Aber wer glaubt, das sei es jetzt gewesen, der irrt schröcklich. Des Nächtens passiert das Unglaubliche: aus der wilden Mumu bölkts fordernd „Feed me!“ – ja, der Herr Büld hat offenbar „Little Shop of Horrors“ gesehen und Annemaus weiß sich doch tatsächlich nicht anders zu helfen, als in der Küche zum Achterglas „Deutschländer“ zu greifen, um sich rückwärts einen Imbiß zu genehmigen. Während ich langsam die Rauhfasertapete von der Wand kralle, greift aber der Rolli-Lüstling ein und entpuppt sich als Stiefpapi, der nur mal ordentlich ranlangen will und deswegen drei Schwinger mit der Teflonbeschichteten bekommt. Wir sind jetzt 20 Minuten im Film und der Spaß will nicht aufhören. Von dem dauernden Gebölke genervt, will sie Dennis nun endlich auf der Bahnhofstoilette verfrühstücken, aber das geht selbst intellektuellen Spannern zu schnell, weswegen sie sich aufmacht und Nutte in London wird.
Sieben Monate später läßt sie sich von diversen Stechern unter allen Vorzeichen tatkräftiger Langeweile durchforsten, auf daß die Freier Klamotten für die Altkleidersammlung und Bares zurücklassen. Unterbrochen wird diese zeigefreudige Herrlichkeit durch scharfe Rückblenden, in dem die kindliche Anne Gruseliges erlebt hat, aber solches erfahren wir nur in kurzen Abschnitten, weils ja spannend sein soll.
Auch Dennis ist in London unterwegs, da soll ja eine Lesung sein – in einem Pub jedoch stolpert er über: Silvia und Sonia, zwei knackige Damen.
Problem Nr.1: Nur Silvia ist intellektuell und brav, Sonia dagegen läufig wie Gratinkäse.
Problem Nr.2: Sie sind siamesische Zwillinge!!!
Unterschiedlich im Aussehen, unterschiedlich groß, offenbar an der Schulter zusammengewachsen und so kommen auch die Pullis daher. Prompt gräbt Sonia einen Stecher an, der den intellektuellen Dialoggehalt in neue Tiefen führt: „Habt ihr auch zwei Muschis?“ – „Klar,“, meint Sonia, bevor sie mit Schwesterherz erstmal strullen geht, „Plus vier Titten dazu!“.
Was darauf folgt, führt langsam aber sicher dazu, daß der Haaransatz des Zuschauer minütlich zurückweicht: während Anne versucht, ihr eingebautes Labertäschchen per domestos-gefüllter WC-Entenpulle auszubrennen (wird ausgespuckt!!!) und anschließend einem psychopathischen Moralprediger mit klassischen Bondagekünsten anheimfällt, der allerdings den Fehler begeht, seine Zungenspitze in ihr Allerheiligstes einzuführen (ihr ahnt schon...), führt Dennis‘ Werben um Silvia ihn erst in einen ungarischen Film (ohne Untertitel), dann zum Petting nach Hause, wo Sonia allerdings den Dildo brummen läßt, was Dennis zu ein paar lebensphilosophischen Dialogen mit einem Säufer auf der London Bridge einlädt.
Nachdem wir erfahren haben, daß Klein-Anne dereinst einen Maskenmann mit Mutti im Bett erwischt hat, macht Dennis im akuten Samenstau ernst: er riskiert einen Dreier, hat aber dank der üblichen Schwierigkeiten (das erste Mal!) von vorne Probleme. Von hinten klappts, nur ist er in Physik (spiegelverkehrt, Dennis!) schwach und stößt in die Falsche vor, worüber sich seltsamerweise die Richtige nicht beschwert. Hinterher ist sie untröstlich und das Luder natürlich voller lobender Häme.
Der Rest ist Schicksal, denn Dennis greift nun zum elektrischen Brotmesser und will die Trennung manuell bewerkstelligen, was aber zu einem unfreiwilligen Kehlenschnitt führt. Sonia röchelt dahin, was ihrer Schwester aber nichts tut. Von nun an ist er ein Mörder auf der Flucht und darf einen falschen Schnäuzer tragen, der Harry Wiynvoort in die Flucht schlagen würde...
Nein, das ist noch lange nicht das Ende der Geschichte, doch was Dennis noch mit einer geldgeilen Tabledancerin auf der Isle of Wight erlebt, wie Anne und ein sie rettender Bobby heiraten und sich alle Handlungsstränge zusammenfügen, muß man selbst erlebt haben, wobei ein Penissonnenbrand mit anschließender Joghurtkühlung noch zu den kulinarischen Highligts gehört.
Jungejunge, ein dermaßener Haufen an schlechtem Geschmack und noch schlechteren Ideen ist mir lange nicht mehr untergekommen. Die zeigefreundlichen Darsteller geben ihr Schlimmstes, werden aber noch von der imbezilen Synchro getoppt. Die technischen Fertigkeiten schwanken irgendwo zwischen ordentlich und der Experimentalphase Peter Jacksons in „Bad Taste“.
Daß man dabei nicht immer alles bis ins letzte Detail zeigen muß, beweist Büld mit seinem erzählerischen Stakkato von kruden Ideen und superschlechten Dialogen. Zwar sind reichlich Reizwäsche und nackte Möpse im Bild, den finalen Bauchklatscher in die pornographische Richtung vermeidet der Film aber geschickt.
Trotzdem reicht das natürlich nicht für jede Art qualitativer Bewertung, das Teil funktioniert lediglich als Partytape, da allerdings bleibt genug Spielraum für gehässige Kommentare nach Rocky-Horror-Manier.
Ein beachtliches Stück Schund, dem ich die gebührende Wertung nicht vorenthalten will, das aber jeden Grillabend im Kleingärtnermilieu dankbar aufwertet. Und jetzt alle: ja, das sind Deutschländer Würstchen, Deutschländer Würstchen... (1/10)