Review
von Hellhammer
Opulente Bilder, größtenteils gute Schauspieler (nur der Baronesse konnte ich ihre Rolle nicht abkaufen; diese war sichtlich zu jung), wohlige Gruselatmsphäre, aber wie so oft eine lahme, löchrige Geschichte.
Bavas Talent für die Kamera und für Farben, worin ihn wohl erst Argento wieder einholte ist unbestritten und wird auch von mir anerkannt.
Wenig streiten lässt sich aber auch über das löchrige Drehbuch, das diesem Film zu Grunde liegt. Ungeklärte Morde, eilige weggeschaffte Särge, ein charismatischer Bürgermeister, ein unbestechlicher Inspektor und ein junger Held - das war ein gutes Grundgerüst für einen spannenden Film.
Dazu mixt man dann leider eine Geistergeschichte, die sich dann auch noch zu einem "Beschwörungsmord" (d.h. der Geist wird von einer Art Medium als Waffe gebraucht) ausweitet. Sie merken es liebe Leser- hier geht einiges drunter und drüber bei der Story.
Warum die Baronesse ihre zweite Tochter töten will, warum einige Männer des Dorfes den jungen Helden töten wollen und warum die "Schamanin" sich am Ende selbst opfern muss - all das blieb für mich im Dunkeln.
Dracula kommt in dem Film natürlich wieder mal nicht vor, nicht mal Vampire - hier hat die deutsche Synchronisation ihren Teil dazu beigetragen um den Film weiter zu verwirren und inhaltlich weiter ins abstruse abgleiten zu lassen.
Fazit: Ja zu den Farben, ja zu der Atmosphäre (Spinneweben, Gewölbe, Friedhof- teils getaucht in grünes Licht), aber die Story - welche für mich immer noch mit das Wichtigste bei einem Film ist - ist hanebüchen und schlecht.
Mit viel gutem Willen und unter Anerkennung von Bavas Stärken: 4,5 Punkte, welche ich zu 5 aufrunde und die Empfehlung zum Einmal-Ansehen, um sich selbst ein Bild zu machen.
Die Mehrzahl der bisherigen Rezensenten scheint dem Film gewogener zu sein als ich. Vielleicht bedeutet diesen ein gutes Drehbuch nicht so viel wie mir.