Jung Ji-woo und ihr Kollege Jung Ji-hoo arbeiten gemeinsam in einem Büro. Durch einen Zufall bekommt sie ein an ihn adressiertes Paket in die Finger. Der Inhalt: ein Nietenhalsband mit Leine. Seine Erklärung, dass das für seinen Hund wäre, löst sich bald in Luft auf, denn Ji-Woo erfährt von Ji-hoos Neigungen in Richtung BDSM. Mit der Zeit entwickelt auch sie ein gewisses Interesse für dieses Feld.
Wer sich jetzt allerdings explizite Szenen erwartet, dürfte von der eher komödiantischen und auf seichte Romanze abzielenden Inszenierung enttäuscht werden. „Love and Leashes“ nutzt zwar den Aufhänger BD und SM für seine Geschichte, versucht sich aber trotz mancher Spielerei mehr an der Darstellung der sich verändernden Gefühlswelten seiner beiden Hauptfiguren. Und auch dies in einer eher polierten Art, einer alltäglichen Herangehensweise. Das Skript kümmert sich um den Gegensatz zwischen Neigung und gesellschaftlicher Akzeptanz, der Neugier und den eventuellen Hineinwachsen, dem Eingestehen und der Ablehnung. Der von Park Hyun-jin inszenierte Film reichert das mit Humor und einer gewollten Leichtigkeit an, blickt aber auch immer wieder auf ernstere Aspekte, insbesondere wenn es um Reaktionen oder die Auseinandersetzung mit Zwischenmenschlichkeiten geht. Die Mischung ist dabei zwar ansprechend, wirkt aber nie sonderlich tiefgehend oder alles durchdenkend. Der Film bleibt leicht verdaulich und geht das Thema letztlich oberflächlich an, bietet aber auch einen soliden Unterhaltungswert.
Darstellerisch ist das Hauptduo Seohyun und Lee Jun-young sympathisch, auch wenn es schwer fällt, sie wirklich ernst zu nehmen. Insbesondere Seuhyun wirkt einfach nie sonderlich herrisch, wie viel Mühe sie sich auch gibt. Das unterstreicht den lockeren Ton, verwehrt dem Film aber auch mehr Tiefgang.
Insgesamt eine unterhaltsame RomCom mit eben einem etwas abseitigen Grundthema, was dem Genre schon mal guttut. Trotzdem bleibt es insgesamt eher seicht, wird nicht explizit, wobei das wohl auch nicht der Plan war. Stellenweise schafft der Film eine gewisse Emotionalität aufzubauen, ist aber irgendwie auch einfach zu niedlich, einen Tick zu lang, unterm Strich dazu trotzdem auch ein gern genommenes Plädoyer für Toleranz und das Ausleben der eigenen Vorlieben.