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“Ju-On: The Grudge” ist das Remake einer erfolgreichen japanischen TV-Produktion und ein weiteres Vehikel im “Ring”-Fahrwasser, der als Grusler prima funktioniert, in Sachen Story jedoch gnadenlos durchfällt. So ist die Geschichte durch und durch verwirrend und wäre besser chronologisch erzählt worden, denn das Durcheinanderwürfeln der sieben Episödchen macht so gar keinen Sinn und lässt nur Ratlosigkeit zurück, weshalb das vermeintlich überraschende Ende (erinnert ein wenig an “The 6th Sense”) keinen mehr vom Hocker zu reißen vermag, soviel ungelöste Fragen bleiben im Raum stehen.

Wenn man dann sieht, welch Potential in diesem Horrorfilm steckt, ist das umso ärgerlicher, denn einen besseren Nackenhaaraufsteller habe ich persönlich selten gesehen. Da sind die Schocks schon in den Anfangsminuten derart genial, dass man aus der Haut fahren könnte, obwohl es noch taghell ist.

Schwachpunkte sammelt “Ju-On” dann wieder in der Charakterzeichnung, denn die Figuren bleiben so oberflächlich und blass, dass ein Verbindungsaufbau mit dem Zuschauer schlicht unmöglich ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Personen gleich nach ein paar Leinwandminuten das Zeitliche segnen und die Darsteller, fast typisch für Asien-Kino, manchmal völlig emotionslos agieren und unfreiwillig komisch wirken, man denke nur an den Opa im Rollstuhl.

Als Gruselfilm ist “Ju-On” wirklich perfekt, weshalb Fans sich die 90-minütige Gänsehautgarantie nicht entgehen lassen sollten. Leider sind die Schwächen mitunter unübersehbar und verweigern dem Film eindeutig den Status eines erneuten Horror-Meisterwerks aus Fernost. Gebibbert hab ich trotzdem ohne Ende...

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