Ein Sicko-Aids-Drama, ein kranker Lehrfilm über Geschlechtskrankheiten ...... ich weiß nicht genau, was ich von FATAL ENCOUNTER halten soll.
Zunächst mal zur Story:
Der Film erzählt anfangs von zwei völlig unterschiedlichen, einander fast entgegengesetzten Schicksalen: begonnen wird mit einem namenlosen, wortkargen Mädchen, das auf der Straße lebt und um's Überleben kämpfen muss. Für ein bisschen Geld lässt sie es eines Tages sogar zu, dass man sie vergewaltigt. Erst dadurch kommt sie auf die Idee ihren Körper fortan an willige Männer zu verkaufen, um sich ihr täglich Brot zu verdienen.
Ein Szenenwechsel führt uns zu Hubby. Dieser ist Fernfahrer und ist erst kürzlich Vater geworden. Seine Frau aber hat selbst einen Monat nach der Geburt seines Sohnes noch Schmerzen und lässt Hubby deshalb nicht ran, der Arme leidet aber zusehens an dem Sexentzug.
Als Hubby dann wieder einmal eine Lieferung ausfährt, steigt eines abends plötzlich das namenlose Straßenmädchen in seinen LKW. Hubby kann nicht widerstehen und nimmt ihren Liebesdienst an. Was allerdings keiner weiß: Das Mädchen hat AIDS.
Auf den Rat eines guten Freundes hin, lässt Hubby sicherheitshalber zu Hause sofort einen Test machen, der zunächst negativ ausfällt ...
Das AIDS aber eine bestimmte Inkubationszeit hat, wusste der Hauptdarsteller hier nicht. Ich übrigens genauso wenig, aber dank FATAL ENCOUNTER, dem Lehrfilm der ganz besonderen Art, hab' ich mal wieder was dazu gelernt.
Der Film geht das Thema AIDS sehr ernst und realistisch, wenn auch gewöhnungsbedürftig hart an, liefert allerdings nur sehr platte Kernaussagen, wie z.B.: "Habe niemals mit einem Fremden oder einer Prostituierten ungeschützten Geschlechtsverkehr!" oder "Wenn man AIDS hat, bedeutet das nicht, dass man sofort stirbt.". Ich weiß nicht, wieweit die asiatische Bevölkerung über AIDS Bescheid weiß oder ob AIDS dort eine Art Tabu-Thema ist, der westlichen Bevölkerung dürfte der Film jedenfalls nichts neues erzählen.
Der ganze Film wirkt echt krank, ob authentisch kann ich nicht sagen, übertrieben ist er jedoch glaub' ich nicht. Auf unnötige (!) Perversitäten wird hier jedenfalls genauso verzichtet, wie auf Splatterorgien. Der Film hat aber durchaus Sicko-Charakter und Gewalt (z.B. einige Vergewaltigungsszenen) wird durchaus drastisch dargestellt. Zum Beispiel benutzt das namenlose Staßenmädchen AIDS als Waffe, um sich zu verteidigen, was irgendwie schon ein kranker Einfall ist. Besonders das tragische Schicksal dieses Mädchens, dem jegliche Chance auf ein schönes Leben verwehrt bleibt, wird gnadenlos zur Schau gestellt und wirkt unheimlich hart, ohne aber dabei richtig zu Herz zu gehen. Die Art und Weise, wie hier mit dem Thema AIDS umgegangen wird, dürfte daher (ggf. nicht nur) dem Normalo-Gucker oder "Philadelphia"-Fans ganz schön auf's Gemüt schlagen.
Der Film weist auf soziale Missstände hin, gibt einen Einblick in das Leben auf der Straße, klärt sehr allgemein über die Folgen einer HIV-Erkrankung auf, eine Moral oder eine Aussage liefert der Film jedoch nicht und, obwohl die schauspielerischen Leistungen überzeugend sind, kommen nur wenig Emotionen rüber. Langweilig ist der Film aber keinesfalls, womit er im Grunde seinen Zweck erfüllt: er unterhält.
Fazit also:
AIDS - das allgegenwärtige "Filmmonster", das alle wegrafft ? - Ich persönlich kann FATAL ENCOUNTER nicht richtig einordnen, kann ihn nur als "Sicko-Drama" oder als emotions- und morallosen "AIDS-Film" abstempeln. Eben ein Film, der an das Thema AIDS mal ganz anders rangeht.
Wer aber keinen Bock auf Tom Hanks hat, kann schon mal einen Blick riskieren.