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Inhalt: Frisch aus dem Knast entlassen will Olga nach ihrer vierjährigen Haftstrafe das Einzige was ihr noch geblieben ist an sich reissen und von ihrer Mutter holen: und zwar ihre Tochter! Doch da die Großmutter in den Jahren großen Einfluss auf ihre Enkelin Masha ausübte, denkt diese nicht daran das taffe Kind ihrer eigenden Tochter wieder zu überlassen. Und so entbrennt ein heftiger Kampf, der blutig anfängt und sich fortlaufend ins Groteske steigert.Fazit: Der 1989 geborene Sokolov nimmt wie bei seinem Vorgänger "Why don´t you just die" (2019) ein beziehungsgeflochtenes Ereignis zum Anlass um seine Geschichte in rasende Gewalt, in eine bizarre Tragödie, in derben schwarzen Humor und daraus resultierenden wahnwitzigen Ideen eskalieren zu lassen. Sicherlich kommt Sokolov nicht an seinen ersten Spielfilm heran, was gerade der letzte Schlussakt beweist. Da gehen dem Regisseur schlagartig gute Wendungen und trickreiche Ideen aus. Vielmehr verlässt er sich dann auf das psychotische Spiel seiner dick auftragenden Darsteller, die allesamt sehr gut gewählt wurden, und bei denen vor allem die Kinderdarstellerin Sofya Krugova als Masha hervorsticht. Sie ist so frech, so vorlaut, so ein kleines Biest, das sie schon wie ein kleines Highlight gehandelt werden kann. Sokolov bietet neben den Leistungen seiner Darsteller auch viele kleine Leerläufe (die Gefängniswärterin und ihr Sohn z.B.), die erstmal seltsam wirken, gegen Ende dann aber einen schlüssigen Zusammenschluss finden. Keine Frage: "No looking back" (Otorvi i vybros) bietet für Freunde der dunklen Filmmagie und des Independentfilms genügend Stoff und Sogkraft. Den letzten 20 Minuten geht diese aber schon ein wenig abhanden. was natürlich irgendwo schade ist, was dem familienunfreundlichen und nicht gerade zimperlichen Vergnügen nach russischer Art aber keinen Abbruch tut, denn das Feuer lodert die ganze Zeit unenthemmt.

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