Spätestens seit der Reihe um „Scream“ scheint nahezu alles im Bereich des Slashers gesagt. Und doch wünscht man sich als Genrefreund zwischendurch mal etwas mehr Tiefgang, Überraschungen und generell etwas Pfiffigkeit. Autorin und Langfilmdebütantin Lee Ann Kurr hatte womöglich eine zündende Idee, doch die Umsetzung ist annähernd katastrophal.
Die Privatschule Allendale: Jane (Montse Hernandez) ist in beinahe allen Fächern ein Naturtalent, was ihre Mitschüler und Freunde oft nur zähneknirschend zur Kenntnis nehmen.
Eines Abends schleichen sich jene vier Freunde und Jane ins Gebäude, um ein kleines Gelage abzuhalten. Noch rechnen sie nicht mit einem Killer, der als Schulmaskottchen verkleidet den Vorschlaghammer schwingt…
50 Minuten! So viel Zeit vergeht, bis sich der Stoff überhaupt wie ein Slasher anfühlt und ein wenig Tempo aufnimmt. Die Regisseurin interessiert sich für die weibliche Sicht und hinterfragt Machtstrukturen in der Schule, wonach ein Mathelehrer übergriffig wurde. Doch anstatt an dieser Stelle deutlich zu werden und Vorgänge zumindest ansatzweise zu bebildern, wird die Tat lediglich geschildert. Das schürt nicht gerade emotionale Verbundenheit.
Auch das anschließende Abhängen liefert weder Humor, noch tief greifende Gespräche, wonach einem die Figuren bis auf Jane komplett egal sind, zumal nicht gerade an Klischees gespart wird. Mit Auftauchen des Killers wird es leider kaum spannender, denn auch hier mangelt es an der notwendigen Konsequenz und dem Gespür fürs richtige Timing.
Wenn der Tunichtgut schon mit einer derartigen Waffe ausgestattet ist, könnte man ja auch mal draufhalten und es ordentlich splattern lassen. Doch bereits der erste Mord hinter einer Wand offenbart eine weitgehend mutlose Inszenierung, die im Verlauf kaum über Wunden (als Resultat) und einen spitzen Gegenstand im Auge hinauskommt. Immerhin hat man das Blutspritzen nicht gänzlich vergessen.
Zwar kann sich der Stoff handwerklich weitgehend sehen lassen, mit angemessener Farbgebung und sauberer Kamera, doch inhaltlich wird manches angerissen, doch kaum weiterentwickelt. So wurde die Schule mit Panzerglas und Überwachungskameras modernisiert, - ein Aspekt, der beim Katz- und Maus-Spiel hingegen deutlich vernachlässigt wird. Ein weiterer Punkt ist das eingeschränkte Ratespiel um die Identität des Killers, denn es kommen insgesamt nur drei Figuren infrage, was den Spaß merklich trübt.
Hauptdarstellerin Hernandez kann einem schon wahrlich leid tun, denn innerhalb der ansonsten allenfalls durchschnittlich performenden Riege holt sie noch recht viel aus ihrer Figur heraus. Gegen das fast humorfreie und überraschungsarme Drehbuch kommt sie allerdings nicht an und vielleicht hätte sich Kurr im Vorfeld entscheiden sollen, ob sie ein Jugenddrama oder einen Slasher drehen will, denn beides zusammen funktioniert hier maximal ansatzweise.
3 von 10