Der König ist tot, lang lebe der König! Längst haben die Actionikonen der 80er Jahre ihre Glanzzeiten hinter sich, weshalb Arnold Schwarzenegger bei seinem Cameo in „Welcome to the Jungle“ das Zepter mit den Worten „Viel Spaß!“ an seinen jungen Kollegen „The Rock“ weitergibt. Der Kerl hat tatsächlich Potenzial, der neue Actionstar zu werden, zu einem echten Kracher reichte es hier trotzdem noch nicht ganz.
Die Geschichte um einen Eintreiber, der im Dschungel den abenteuerlustigen Sprössling seines Bosses auftreiben und wieder nach Hause bringen soll, ist größtenteils recht unterhaltsam. Die Inszenierung befindet sich auf dem neuesten Stand der Technik, sodass eine Mine mit Zwangsarbeitern zwar deutlich als Animation zu erkennen ist, aber dank Computereinsatz eine ungeahnte Dimension annimmt, was gleichzeitig das Leid der einheimischen Bevölkerung klipp und klar zum Ausdruck bringt und Beck eine Chance gibt, unter Beweis zu stellen, dass er nicht nur für Geld, sondern auch für die gute Sache kämpft.
Leider macht ihm Travis immer wieder einen Strich durch die Rechnung, was Beck genauso wie den Zuschauer nervt. Zwar sind die Situationen, in welche die beiden dank Travis’ Blödheit geraten, manchmal recht komisch (Affen, lähmendes Gift), aber irgendwann geht einem Scott mit seinem überheblichen Getue nur noch auf die Eier. Dafür mimt Christopher Walken einen umso besseren Bad Guy, den er sichtlich mit Freude an der Sache spielt. Rosario Dawson kommt nicht ganz über ihre Rolle als klischeehafte Rebellenkämpferin mit erotischer Ausstrahlung hinaus.
Für Actionfans ist reichlich geboten, vor allem Fans harter Kloppereien erwartet ein Fest. Zwar leidet „Welcome to the Jungle“ ein wenig am „Matrix“-Syndrom, weil so gut wie alle Kämpfe in Zeitlupe stattfinden und die Protagonisten derart in der Luft herumwirbeln, dass es äußerst unrealistisch ausschaut, aber darauf sollte man bei solch einem Film eh nicht achten, zumal die Fights sehr spektakulär aussehen und die Tonschraube bei harten Schläge so richtig angezogen wird. Das kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Ende ein Overkill allererster Güte ist, der sich trotz bemühter Selbstironie stellenweise der Lächerlichkeit preisgibt.
Bleibt eine ausbaufähige Actionkomödie: Die Sets sind stimmig, die Fights sowie „The Rock“ und Walken klasse, dafür nervt Scott nach einer Weile gehörig und der Schluss ist alles andere als wohl dosiert. Trotzdem sollte ungefähr so eine moderne Actionkomödie aussehen und der Wrestler hat als neuer Schwarzenegger wohl mehr Potenzial als Vin Diesel.