Ach in den 80ger Jahren war es doch so einfach einen erfolgreichen Film zu drehen. Man brauchte nur einen Actionstar, eine exotische Location ( vorzugsweise einen Dschungel) und eine handvoll erlesener Pyrotechniker. Das war das Rezept aus denen Actionspektakel für immer enstanden sind, wie Predator oder Rambo 2.
Welcome to the jungle hat das beinahe alles zu bieten. Was an diesem Film bis auf ein paar Ausnahmen sehr gut gelungen ist, ist die Vermischung aus Old-School Action welche mit modernster Inszenierung aufgepeppt wurde. Sicher nerven die vielen Zeitlupen manchmal,doch ohne das scheint es heutzutage nicht mehr zu gehen. So deckt der Film doch ein ziemlich breites Publikumsspektrum ab, weswegen es ein wenig verwundert,warum der Film nicht so richtig erfolgreich war ( gefloppt ist er allerdings auch nicht).
Die Geschichte hat man so ähnlich schon unzählige Male gesehen und auch Klischees findet man zuhauf.
Doch das ist nicht sonderlich störend, da der Plot so wunderbar simpel ist und schnörkellos alles überflüssige wegfallen lässt.
Peter Berg Regie ist bis auf ein paar Aussetzer grundsolide und vor allem gelingt es ihm wunderbar den Dschungel in Szene zu setzen. Immer wieder tolle Kamerafahrten und schöne Landschaftsaufnahmen bieten genügend fürs Auge.
Die Action ist sehr gut gelungen, auch wenn zu sehr auf Prügeleien gesetzt wurde und Explosionen und Schießereien seltener zu sehen sind. Letzere beiden bevorzuge ich mehr. Doch trotzdem die Schlägereien sind spektakulär und auch ansonsten ist immer was los, so das Langeweile in diesem Film ein Fremdwort ist. Das größte Manko an Welcome to the Jungle ist der fehlende Härtegrad. Die Prügeleien sind durchweg,etwas überspitzt gesagt,für die ganze Familie und beim bleihaltigen Showdown sieht man keinen einzigen blutigen Einschuss. Ich will jetzt nicht als Gewaltfreak dastehen, aber ein gesundes Maß an Härte sollte ein Actionfilm schon haben ( das gleiche Problem sollte auch das ebenfalls sehr unterhaltsame Nachfolgewerk von The Rock Walking Tall kennzeichnen)
Nun zu den Schauspielern. Allen voran The Rock alias Dwayne Johnson dem ich anfangs sehr skeptisch gegenüberstand. Ich hielt ihn für einen dämlichen Muskelmann der Marke Vin Diesel, der nur in Filmen mitspielt weil er Wrestler war. Doch ich wurde durch diesen Film, Be Cool und Walking Tall deutlich eines besseren belehrt. Er lässt nicht nur solche Nullapostel wie Diesel meilenweit hinter sich, sondern er hat wirklich das Zeug neben Jason Statham zum neuen Actionstar zu werden. Er ist charismatisch, ironisch und einfach cool. Wunderbar die Szene in der er gegen Ende mit 2 Shotguns in der Hand ernst macht. Wenn er dann cool posierend vor einem explodierenden Auto steht kann man nur sagen The Rock rockt.
Sean William Scott ist auch in Ordnung und Rosario Dawson ist wie später in Sin City ein Kampfweib und trotzden sehr feminin und süß. Besonders erwähnt werden sollte Christopher Walken als Bad Guy. Zwar hat er diese Rolle schon unzählige Male gespielt und trozdem ist es immer wieder ein Vergnügen ihm zuzusehen. Ein Bastard vor dem Herrn und doch immer King Cool. Nur sein Abgang ist etwas zu schwach.
Fazit: Stallone hat in einem Interview gesagt das The Rock den Durchbruch mit dem richtigen Film schaffen könnte. Der Oberkracher ist Welcome to the Jungle genau wie Walking Tall nicht geworden, aber das Potenzial ist vorhanden. Also mehr blutige Shootouts und Explosionen und es könnte klappen.
Dieser Film ist vor allem sehr gute Unterhaltung und wie geschaffen für einen langweiligen Sonntagnachmittag.
" Rumble in the Jungle"
8/10