„The Rundown“ ist leicht verdauliches und nicht wirklich innovatives, aber schwer vergnügliches Popcornkino.
Beck (Dwayne ’The Rock’ Johnson) ist ein moderner Kopfgeldjäger, der gegen Bezahlung säumige Schuldner und andere Flüchtige aufspürt. Sein aktueller Auftrag führt ihn eine angesagte Disco, in der ein paar Football-Spieler feiern. Einer von ihnen ist allerdings ist Becks Zielperson, von der er eine Anzahlung einfordern muss. Dieser und seine Kumpane wollen Beck zwar lieber loswerden, doch der haut ihnen kurzerhand auf die Mütze und nimmt sich die Anzahlung mit Gewalt. Die Anfangsprügelei ist eine flotte Actionsequenz, die recht cool rüberkommt.
An sich würde Beck lieber jedoch ein Restaurant eröffnen und ein besinnliches Leben führen. Ein letzter Auftrag soll die nötige Knete bringen: Er soll Travis (Seann William Scott), den Sohn eines Gangsters, im Urwald aufspüren und zu seinem Vater zurückbringen. Nach einem chaotischen Flug trifft Beck dann auch im Herz der Wildnis ein. The Rock liefert als Stadtmensch in ungewohnter Umgebung eine ziemlich witzige Leistung ab (schon sein Unbehagen in dem klapprigen Flugzeug animiert zum Schmunzeln).
Travis ist recht schnell aufgespürt und auch wenn der Gute sich weigert mitzukommen, hat er dem kräftigen Beck nicht viel entgegenzusetzen. Doch in dem Moment tauchen der zwielichtige Großgrundbesitzer Hatcher (Christopher Walken) und seine Horde auf, die das Dschungelgebiet als ihr Eigentum bezeichnen. Sie wollen Travis nicht ziehen lassen, da er etwas Wertvolles im Dschungel entdeckt hat, doch Beck kratzt mit seinem unfreiwilligen Partner die Kurve. Die beiden geraten jedoch in den Dschungel und damit auf ein wahnwitziges Abenteuer, während die Gangster hinter ihnen her sind...
Die Story von „The Rundown“ ist nicht wirklich originell, sondern mehr eine Folie, um die beiden unfreiwilligen Partner in immer wieder aberwitzige Situationen zu bringen. Doch die Geschichte wird zackig mit Tempo durchgezogen, so dass keine Längen auftreten. Die Wendungen kann man zwar an einer Hand abzählen und vorhersagen, aber dies ist nicht wirklich von Bedeutung, da es sich schlicht und einfach um Unterhaltungskino handelt.
Die Gags sind recht komisch und können zumindest immer zum Schmunzeln animieren. Vor allem der Option A vs. Option B Running Gag und der kurze Gastauftritt Arnold Schwarzeneggers, der The Rock in der Disco mit den Worten „Have Fun!“ begrüßt, sind wirklich gelungen. Ansonsten gibt es ein paar coole Sprüche, vor allem aber simplen, aber recht lustigen Slapstickhumor, bei dem sich Travis und Beck meist irgendwie wehtun. Das ist zwar nicht unbedingt originell, aber es fällt schwer nicht zu lachen, wenn die beiden von einer Horde Affen angegriffen werden als sie in einer Falle hängen oder wie Beck bei einer Prügelei mit Ureinwohnern jedes Mal wuchtiger auf die Moppe bekommt.
Die Actionszenen sind auf PG 13 Niveau, auch wenn der Film für diese Freigabe stellenweise recht kompromisslos ist (z.B. der Überfall auf das Dorf der Ureinwohner). Dabei gibt es etwas Geballer, nette Stunts und natürlich ordentlich Prügelszenen, in denen The Rock seine Wrestlingtricks vorführen darf. Die Kämpfe sind allesamt ziemlich schick inszeniert und relativ spektakulär, auch wenn sie „The Scorpion King“ nicht das Wasser reichen können. Dabei bleibt die Action immer humorig, z.B. wenn Beck am Ende um sich ballert, indem er in jeder Hand eine Pumpgun hält.
The Rock muss zwar in erster Linie cool sein, schlägt sich aber für einen nicht ausgebildeten Schauspieler mehr als wacker und überzeugt. Auch Seann William Scott kann in seiner üblichen Rolle als cooler Chaot überzeugen und Christopher Walken gibt einen soliden selbstironischen Fiesling ab. Die Nebendarsteller sind ebenfalls auf ganz nettem Popcornniveau.
„The Rundown“ erfindet das Genre zwar nicht neu, aber eine vergnügliche Actionkomödie mit lustigen Slapstick und recht schicken Kampfszenen ist er allemal.