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Schwarzenegger prügelt sich nur noch verbal im Senat, Stallone scheint sich nur nicht mit schlechten Filmangeboten herumzuschlagen und der Rest der gefeierten Action Helden der letzten Jahrzehnte ist außer Form (Steven Seagal), oder dreht nur noch B-Movies von erschreckender Qualität (Dolph Lundgren, Jean Claude van Damme). Was das Action Kino braucht, sind also neue Helden, die nach Möglichkeit den Alten , wohl gemerkt zu deren Glanzzeiten , in nichts nach stehen. Einer der heißesten Kandidaten dürfte dabei sicherlich "The Transporter" Jason Statham sein, der allerdings zumindest bei seiner physischen Erscheinung nicht mit einem Stallone oder Schwarzenegger mithalten kann, zum Glück gibt es da ja noch den Wrestler Dwayne Johnson, alias The Rock.

War "Scorpion King" zwar ein Fest für jeden Fan von guter alter Actionprügelei, fehlte doch irgendwie etwas. Zum Glück scheint sich "The Rock" aber inzwischen bei seiner Rollenauswahl mehr Mühe zu geben, so das man ihn nun in der unglaublich unterhaltsamen und mit reichlich Prügeleien und Schießereien nicht geizenden Abenteuer Komödie "The Rundown" bestaunen kann. Und es geschieht in den knapp 100 Minuten etwas, was wohl nur die wenigsten dem Mann, der seinen Namen zurecht trägt, zugetraut hätten, er überzeugt nicht nur auf der Actionseite, nein, The Rock zeigt auch einiges an Schauspielerischem Talent, besitzt die Fähigkeit über sich selbst zu lachen und ist absolut in der Lage einen gesamten Film zu tragen. Wenn er dann noch dazu eine so gelungene Story gestellt bekommt und mit Sean William Scott einen, auf der komödiantischen Schiene durchaus talentierten, Sidekick dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Die Story sollte man dabei nicht überbewerten, aber da hat man auch schon wesentlich Schlimmeres gesehen. The Rock spielt Beck, der als Schuldeneintreiber arbeitet, um seine eigenen Schulden abzuarbeiten. Schon von der Titelsequenz an , in der nicht nur Schwarzenegger durch einen kurzen Auftritt und ein zu Beck gesagtes "Viel Spaß" den Stab weitergibt, sondern Beck auch noch die gesamte Offence Line eines Footballteams in Grund und Boden kloppt, ist die Richtung klar vorgegeben. Keine Kompromisse, wenn es was zum Prügeln, Kämpfen Kloppen gibt ist Beck da und er macht sie letztlich alle platt. Dabei verzichtet er bis zum gut halbstündigen Finale komplett auf Schusswaffen, was dem Film aber durchaus zu gute kommt, da man so doch einiges an gelungenen Fights zu sehen bekommt. Beck wird also in den brasilianischen Dschungel geschickt um dort den Sohn seines Bosses zurückzuholen. Travis hat dazu aber keinerlei Lust, da er gerade dabei ist ein altes Artefakt aufzuspüren. Nach einigem hin und her und erstem Bekanntmachen mit Sklaventreiber Hatcher (Christopher Walken) nimmt der Film Tempo auf, das bis zum Ende nicht mehr verlangsamt wird.
Regisseur Peter Berg gelingt es dabei immer den richtigen Mittelweg zwischen Actionszenen und Humor zu treffen, so das Langeweile erst gar nicht aufkommt. Einige nette Einfälle sorgen zu dem für gute Laune, so etwa eine Horde notgeiler Affen die es auf Beck abgesehen haben oder eine ganz spezielle Frucht die Beck und Travis für einige Stunden außer Gefecht setzt. Dazu gibt es mit Rosario Dawson noch etwas fürs Auge.

Die Action wurde hart und teilweise erstaunlich schmerzhaft inszeniert, Highlight neben dem Finale ist sicherlich Becks Kampf mit den 2 Köpfe kleineren Rebellen, die ihn richtig zur Brust nehmen. Etliche Kameraspielereien und der Einsatz von ordentlich Wirework lassen die Kämpfe dabei optisch anspruchsvoll aussehen, so daß man hier wirklich einiges geboten bekommt. Zumal sich Beck bis zum Ende standhaft weigert zu Schießen und lieber die Fäuste sprechen lässt, was nicht nur die Rebllen und Hatchers Männer zu spüren bekommen sondern auch immer wieder Travis. Die Kämpfe wurden schön abswechslungsreich inszeniert, so das es neben den schon erwähnten kleinen und extrem flinken Rebellen auch noch den Einsatz von Peitschen und etichem Einrichtungsgegenständen zu sehen gibt. Dazu wird am Ende richtig aufgedreht und Beck und Travis legen Hatchers Stadt zum Teil in Schutt und Asche.

Neben The Rock überzeugt vor allem Christopher Walken als Minenbetreiber und Unterdrücker der Einheimischen. So durchgeknallt und herrlich überdreht hat man ihn lange nicht gesehen. Allein die Szene in der er seinen nur portugiesisch sprechenden Handlangern die Geschichte der Zahnfee erklärt ist den Eintrittspreis wert. Sean William Scott ist erstaunlicherweise weniger nervig als zuletzt an der Seite von Chow Yun-Fat in "Bulletproof Monk" und hat durchaus die Lacher auf seiner Seite. Überzeugend ist das zwar nicht unbedingt was er spielt, aber da hat man auch schon schlimmere Sidekicks gesehen. Rosario Dawson gefällt hauptsächlich optisch, die Rebellenführerin will man ihr dann doch nicht abnehmen. Eindeutiges Highlight des Films ist aber ohne Zweifel The Rock. Eine unglaubliche Präsenz und das bekannte Hochziehen der Augenbraue reichen um das Publikum auf seine Seite zu bringen. Zudem beweist er das er durchaus neben seinen körperlichen Fähigkeiten über ein nicht geringes schauspielerisches Talent verfügt. Da kann Arnold Schwarzenegger beruhigt seiner Arbeit als Senator nachgehen, mit The Rock steht im Filmgeschäft bereits ein mehr als würdiger Nachfolger bereit.

"The Rundown" ist eine in bester 80er Jahre Tradition inszenierte Buddy Action Komödie, die sich selber nicht zu ernst nimmt und mit einem großartigen "Helden" Duo aufwarten kann. Dazu gibt es einen herrlich fiesen Christopher Walken und handwerklich perfekt inszenierte Actionszenen. Einzig die Schatzsuche hätte man sich sparen können, da sie doch eher deplaziert wirkt. Trotzdem ein ungemein unterhaltsamer Film, der sicherlich keine großen Ansprüche an die Zuschauer stellt, aber das muss ja auch nicht immer sein. 7 Punkte.

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