Review

iHaveCNit: Beautiful Beings (2022) – Gudmundur Arnar Gudmondson – Salzgeber
Deutscher Kinostart: 10.11.2022
gesehen am 02.11.2022 in OmU in der Spotlight-Sneak
Arthouse-Kinos Frankfurt – Große Harmonie – Reihe 4, Platz 9 – 21:00 Uhr

So manches Mal kommt es vor, dass auch ich einen Film nicht auf dem Schirm habe und im Rahmen einer Sneak überrascht werde – und das sogar auf sehr positiver Linie. Einer dieser Filme ist der isländische Kandidat für den Oscar in der Kategorie „Best International Feature Film“, der in Island unter „Berdreymi“ bekannt ist und international „Beautiful Beings“ heißt.

Der junge, etwas schmächtige Balli führt ein verwahrlostes, von Armut betroffenes Leben in den Vororten von Reykjavik. Seine Mutter ist drogenabhängig, seine ältere Schwester ist von zu Hause abgehauen und der Vater sitzt eine Haftstrafe ab, so dass Balli seine Tage allein verbringt und sowohl in der Schule als auch in der Freizeit brutal gemobbt und dabei sogar schwer verletzt wird. Bis er auf den jungen Addi trifft, der ihn entgegen den Willen seiner Kumpel Siggi und Konni in die Clique aufnimmt. Aus der langsam entstehenden Freundschaft scheint Balli endlich etwas Mut, Kraft und Hoffnung zu schöpfen, auch wenn sich die Clique in einem Strudel der Gewalt befindet, bis zu einer Entscheidung und entsprechenden Konsequenzen.

Mir gefallen Filme aus dem nördlichen Bereich Europas und auch Filme der Sorte „Milieustudie“, „Coming-Of-Age“ und „Sozialdrama“ gehören auf jeden Fall dazu.“Beautiful Beings“ ist wie bereits erläutert in den Vororten der isländischen Landeshauptstadt Reykjavik verortet und betrachtet dort vor allem die eher verwahrloste, von Armut betroffene und in prekären Verhältnissen lebende und gewaltbereite Jugend inmitten dieses sehr tristen, harten und hoffnungslosen Lebens. So mitfühlend ich am Ende für den jungen Balli bin – gerade weil ich in jungen Jahren auch in Ansätzen ähnliche Probleme hatte – so schön auch die Geschichte über Freundschaft und die wichtigen Erfahrungen und Herausforderungen im Heranwachsen von Jugendlichen ist – so hart und trist ist der Film dann auch, wenn die Gewalt ihren Platz einnimmt und dann auch die ein oder andere sehr harte Szene liefert. Interessant finde ich aus metaphorischer Sicht auch die Einbindung von feinen mysteriösen Elementen und kleineren befremdlich wirkenden visuellen Spielereien, die so passend ausgewogen sind, dass sie sich nicht wie ein unpassender Fremdkörper anfühlen. Schön, dass ich diesen Film im Kino sehen konnte.

„Beautiful Beings“ - My First Look – 9/10 Punkte.

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