Miike stellt mit seinem fast unüberschaubaren Output immer wieder seine Launen unter Beweis. Meisterwerke wie "Audition" zählen ebenso zu seinem Repertoir wie klassischer Trash im Stile eines "Full Metal Yakuza" - eine eigentlich bewundernswerte Bandbreite von Genres wurde von dem Arbeitstier beackert, aber man weiss leider auch nie so genau, woran man bei ihm eigentlich ist. Nach "GOZU" fragt man sich erneut "Kunst oder Verarsche?".
Wie selten zuvor wandelt der Regisseur diesmal auf David Lynchs Spuren, ohne jedoch jemals seine Fallhöhe zu erreichen. Viele skurrile Ideen bleiben Attitüde, Gepose sowie Selbstzitat und zwischen den Paraden trampelt die Story um einen Yakuza, der seinen auf ominöse Weise verschwundenen - und im Grunde verstorbenen - ehemaligen Lebensretter in der Stadt Nagoya sucht, vehement auf der Stelle. Natürlich wäre es unfair und kurzsichtig Miike lediglich auf seine verschrobenen Einfälle zu reduzieren. Während er sich nicht ohne Geschick auf den Spuren von "Lost Highway", "Shining" oder "U-Turn" bewegt, wird die drückende und surreale Atmosphäre treffend mit einer hochinteressanten spartanischen Geräuschkulisse und adretten Gelb-Filter-Bildern bewerkstelligt, aber wenn man den Lack abkratzt, bleibt ausser dem fahlen Nachgeschmack einer schlichten Freakshow-Nummernrevue nicht viel übrig...lediglich das verstörend beklemmende Finale lädt mit seiner Doppelbödigkeit zum wilden Interpretieren ein und wertet den Gesamteindruck beträchtlich auf
Der Miike-Fan kann also ruhigen Gewissens zuschlagen - die Produktion stellt keine wirkliche Überraschung dar, aber man wird auch nicht enttäuscht!