Story:
Die beiden Yakuza Manimi und Ozaki haben schon so einiges während ihrer "Karriere" als Gangster mitgemacht. Kein Wunder also, das Ozaki immer mehr den Verstand verliert und so langsam eine unkontrollierbare Gefahr für den gesamten Clan darstellt. Von seinen Bossen bekommt Manimi nun den verhängnisvollen Auftrag seinen Kollegen auf einer Müllkippe zu exekutieren. Doch schon auf der Hinfahrt kommt der ahnungslose Ozaki durch ein Missgeschick zu Tode. Als wenn dies nicht problematisch genug wäre, verschwindet die Leiche auch noch auf unerklärliche Weise. Auf seiner Suche nach dem Toten muss Manimi nun einige sehr seltsame Abenteuer erleben, bevor er an das vermeintliche Ziel seiner Reise gelangt...
Wenn sich Drehbuchautor Sakichi Sato und Regisseur Takashi Miike zusammensetzen, um einen Film zu drehen, kann ja nur etwas krasses dabei herauskommen. Das haben die beiden ja schon mit dem Kultfilm "Ichi The Killer" gezeigt. Doch lässt sich dieses Werk überhaupt noch toppen? In Sachen Blut- und Gewaltdarstellung vielleicht nicht, aber im Bereich des Wahnsinns sehr wohl. So lautet der japanische Zweittitel von "GOZU" (übersetzt "Kuhkopf") "Takashi Miikes Yakuza Horror Theater". Auf dem Cover der deutschen DVD wird der Film als Trip in den Wahnsinn beworben und das trifft es auch ganz gut.
Die obenstehende Inhaltsbeschreibung verrät gerade so viel wie möglich, denn nachdem die Leiche verschwindet und Manimi sich auf die Suche in der Pampa Japans, in einer seltsamen Stadt macht, wird der Film immer surrealer und verrückter. Sato und Miike haben hier eine geniale Idee nach der anderen verbaut, die den Zuschauer oftmals einfach nur mit offenen Mund staunen lässt.
Zu Beginn des Films scheint bis auf Ozaki jeder normal zu sein, doch mit zunehmender Laufzeit und Bekanntschaft mit neuen Charakteren, die alle auf ihre Weise sonderbar sind und durch seltsames Verhalten, Fähigkeiten oder Bedürfnisse auffallen, scheint sich alles zu drehen und Ozaki wäre der einzig normale. Minami selbst wird auch immer verzweifelter und verfällt dem Wahnsinn, was spätestens am Ende klar wird, als er akzeptiert, was mit seinem Bruder Ozaki passiert ist und die krasse Schlussviertelstunde anbricht. Das Ende ist wieder einmal sehr seltsam, so scheint doch alles wieder normal.
Ob das nun alles einen Sinn ergibt oder nicht, wissen wohl nur Sato und Miike - wenn überhaupt. Was man aber sagen kann ist, dass es so einen Film wie "GOZU" vorher noch nicht gegeben hat und auch so schnell nicht wieder geben wird. Viele verstörende Elemente, witzige, aber auch mysteriöse, gruselige Szenen sind enthalten, die dafür sorgen, dass der Film so wirkt und unterhält. Miike-Fans werden sicherlich ihre Freude an "GOZU" haben, denn man muss schon wissen, auf was man sich hier einlässt, offen fürs Ungewöhnliche und Unkonventionelle sein und vielleicht auch selbst etwas verrückt sein. Wie Miike in einem Interview sagte: "... Ein normal denkender Mensch hätte GOZU gar nicht schreiben und drehen können. GOZU ist nicht normal...".
9/10