Review

Kelle im Po, Mexiko!


Yakuza-Thriller und Roadtrip, feuchter und Alptraum, subtiler Horror und schwarzer Humor, 
Miike wäscht mal wieder weg alle Klischees und ausgetretenen Pfade mit Chlor. 

Eine Gangsterballade, freud'sches Versprechen und Psychodrama, 
nach diesem skurrilen Stoff schreit man nach Milch von der Mama. 

Miike fängt langsam an, lullt ein, um in den absurdesten letzten Minuten alles zu sprengen, 
nur er kann Genres und Gehirnwendungen derart vermengen. 

„Gozu“ ist mit „Izo“ wohl das perfekte seiner Doppel, 
der Mann bleibt sich treu und wiederholt sich dennoch nie auf seiner stylischen Kuhkoppel. 

Ein Gangster soll einen Kollegen zur Strecke bringen, 
wird dann davon jedoch abgehalten von ganz absonderlichen Dingen.

Von Muttermilch bis zum sich wiederholenden Wetterbericht, 
selten hat Miike psychologische Paste feiner vermischt. 

Ein Film wie eine Couch aus Klingen und mit Zunge, 
egal wieviele Filme man kennt, bei ihm kommt man sich immer vor wie ein kleiner Junge. 

„Gozu“ ist einer seiner Höhepunkte, ein hochintelligentes, filmisches Wesen, 
auf viele Arten kann nicht nur Sigmund dieses Enigma lesen. 

Als ob David Lynch trifft auf Truffaut und etwas J-Horror klasse gekippt, 
hier hat er am Sake ganz sicher nicht nur genippt. 

Fazit: ein Biest wie kein anderes. Miike entfesselt seinen inneren Lynch! „Gozu“ ist verrückt, atmosphärisch, bizarr, entspannt, Miike pur - und das als totaler Slowburn. Echt famos. Eine der größten Errungenschaften des umtriebigen Vielfilmers und Meisters. „Gozu“ ist ein labyrinthischer Alptraum, aus dem es kein Entkommen gibt. Und wo man eigentlich auch gar nicht raus möchte... 

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