Review

Staffel 1

Alle Wege führen nach „From“

Horrorserien sind nicht rar. Gute aber sehr wohl. Paramount+ hat davon gleich mehrere. „From“ ist einer dieser Gruselhits, besitzt starke Stephen King-Vibes, erinnert auch etwas an „Lost“ mit mehr Creepiness und macht richtig neugierig auf mehr. Wir folgen in dieser ersten Staffel einer vierköpfigen Familie in ein mysteriöses Kaff, aus dem es scheinbar keinen Ausweg gibt. Silent Hill lässt grüßen, nur ohne Nebel. „The Village“ auch ein Stückchen. Vor allem wird es nachts gruselig, wenn die Dorfbewohner ihre Häuser verrammeln und scheinbar als Verstorbene getarnte Monster an Fenster und Türen klopfen…

Während „American Horror Story“ schon lange Style über gute Geschichten und Figuren stellt, Mike Flanagans Spukhausserien für Netflix manchen zu altmodisch und langsam sind und ich Geniales wie „The Last of Us“ Anfang des Jahres nicht als reinrassige Horrorserie sehe, sticht „From“ in diese Lücke doch sehr gekonnt hinein. Muss sich eventuell noch mit den hausinternen „Yellowjackets“ um die Lorbeeren streiten. Dabei legt „From“ erstaunliche Sorgfalt und Konzentration an den Tag. Die immer nur gehenden, besonnenen und grinsenden, slasherartigen Monster, die einem den Brustkorb aufreißen, sind absolut furchteinflössend und gehen unter die Haut. Für Comicfans lässt da auch sowas wie „Wytches“ grüßen. Selbst wenn die Effekte, wenn man die Angreifer kurz in nicht-menschlicher Form sieht, nicht immer absolut grandios scheinen. Aber diese Momente sind flüchtig. Ansonsten konzentriert sich „From“ erfolgreich auf die Menschen, auf deren Ängste und Schmerzen, den Wunsch nicht mehr in dieser Stadt eingesperrt zu sein. Es gibt massig Fragezeichen, Andeutungen und Möglichkeiten. Das World- sowie Charakterbuilding funktioniert einfach. Nuanciert, nachvollziehbar, mit Gorespitzen die sich gewaschen haben und selbst vor Kindern nicht zurückschrecken. Dazu in der letzten Folge dermaßen viele offene Wege und interessante Schauplätze, dass man es kaum erwarten kann wie es weiter geht und wie manches aufgelöst wird. Die Darsteller sind allesamt gut. Die Familie im Kern wächst einem ans Herz. Der Look ist hochwertig und obwohl die Monster gar nicht allzu oft in Aktion treten dürfen, kommt nie Langeweile auf. Für mich ist diese erste Staffel ein verdammt starkes Fundament und echter Gewinn für Paramount+. 

Fazit: ziemlich famose Mixtur aus Horror, Mystery und menschlichen Dramen in einer isolierten Dorfgemeinschaft umringt von Dunkelheit und dem Bösen… Eine der besseren Genreserien. Nicht nur auf Paramount+. (8/10) 

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