Review

Immerhin durchschnittliche Horrorkost des Regieneulings Greg Huson, der sich das laue Geschehen auch selbst aus den Fingern saugte. Was den Film für mich persönlich interessant machte, ist die völlig andere Kulisse. Wir hatten zwar schon öfters alte Hütten in der Einöde, aber bis jetzt schnetzelte kein Killer in einem Skigebiet. Demnach hat man Platz sich zu bewegen, drückt sich nicht immer an den selben Orten herum. Neben der großen Hütte und ein paar Kilometern Skipiste, existiert auch noch ein alter Stollen, den Huson aber kaum nutzt. Entweder heizt man auf den Pisten herum, oder wird durch die große Skihütte gejagt. Vergessenswürdig bleibt dabei der Score, wobei Spannung sowieso nicht die Stärke von "Shredder" ist. Huson hält sich strikt an das übliche Schema, so weiss der Kenner schon, dass sich "Shredder" erst in der zweiten Hälfte entfaltet.
Den Eltern der reichen Kimberly (Lindsey McKeon) gehört ein ganzes Skigebiet. Genau dort macht Kimberly mit ihrem Freund Cole (Scott Weinger) und einigen Kumpels einen Kurztrip hin. Die Warnungen der Bevölkerung und eines Sheriffs schlägt man in den Wind, zu spät merken die Teenies, dass sie dort oben nicht allein sind. Ein maskierter Killer hat es auf die Gruppe abgesehen. Eine blutige Jagd über die Skipisten hat begonnen.

Jeder der solche Filme konsumiert weiss, dass die erste Halbzeit meist für die Katz ist. Immerhin gibt es beim Auftakt einen blutigen Mord, bevor wir die reiche Kimberly, ihren Freund Cole und die restliche Meute kennenlernen. Neben Sex, Alkohol und Drogen ist auch mal wieder ein nerviger Jemand mit einer Handkamera zugegen. So erwarten uns einige Einstellungen durch diese Handkamera, aber Huson lässt es nie ausarten. Die Charaktere findet man weder sympatisch, noch kann man sich mit ihnen indentifizieren. Schnell kristalisieren sich die potentiellen Überlebenden heraus, der Rest ist Kanonenfutter. Bis man endlich mal in der Hütte ist, man erhält zuvor noch eine Warnung von einem Barkeeper, später noch von einem Sheriff. In der Skihütte klagt man stets über Kälte, läuft aber halbnackt herum. Unterwegs hat man noch einen Europäer eingesackt, den die Frauen allzu gerne vernaschen würden. Um Sexszenen kommen wir nicht herum und der Killer lässt lange auf sich warten.
Nun geht auch das Rätselraten los, wer sich wohl in dem schwarzen Skianzug befindet. Huson legt einige falsche Fährten, doch sonderlich überraschend ist die Auflösung dann nicht. Doch bis dahin gibt es einige blutige Morde und Jagden über die Skipiste. Die Snowboardstunts sind relativ brauchbar und die Goreeffekte sehen ordentlich aus. Auch tötet der Killer abwechslungsreich. Er spannt Drahtseile über die Piste, die schon mal einen Kopf abreißen können, auch Messer, Äxte und Eiszapfen werden als Mordwaffe verwendet. Leider gelingt es Huson nur selten Spannung zu erzeugen. Wenn es dunkel ist, wirkt das verlassene Skigebiet recht unheimlich, auch die Jagd durch die Skihütte kurz vor dem Showdown kann sich sehen lassen. Aber Vieles wird überschattet von dämlichen Verhalten der Teenies. Man rennt immer alleine in der Gegend herum und kommt nicht auf die Idee, einfach runter ins Dorf zu fahren.
Die Darsteller sind die üblichen Flachköppe. Eigentlich unterdurchschnittlich, aber solides Slasherniveau.

Außer der Kulisse hat man alles schon mal gesehen. "Shredder" hat eine recht lange Anlaufzeit, unterhält aber in der zweiten Hälfte durchgehend. Zwar kaum spannend, aber solide inszeniert und ein wenig blutig. Von den Darstellern brauchen wir nicht viel erwarten, aber ich denke für den Slasherfan ist hier gute Unterhaltung drin.

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