Filme, die einer recht ähnlichen Prämisse wie „Panic Room“ folgen, taugen von Natur aus nicht für Klaustrophobiker, da sich ein Großteil der Handlung in nur einem, eher überschaubaren Raum abspielt. Regisseur D.J. Caruso hat in seiner bisherigen Laufbahn einige gute Thriller („Disturbia“) und einige weniger gelungene („Dissapointments Room – Das geheime Zimmer“) hervorgebracht, - vorliegender gehört zur ersten Gruppe.
Nach einem erfolgreichen Drogenentzug kann sich Jessica (Rainey Qualley) wieder um ihre Kinder, die etwa vierjährige Lainey und das Baby Mason kümmern. Das marode Landhaus ihrer Oma steht kurz vorm Verkauf, der Umzug unmittelbar bevor, als ihr Ex und Junkie Rob (Jake Horowitz) mit seinem Kumpel Sammy (Vincent Gallo) auftaucht. Rob sperrt sie in die Speisekammer, welche sich nicht von innen öffnen lässt, während sich ihre Sprösslinge hilflos im Haus befinden…
Man muss einen Keil unter die Tür legen oder einen schweren Gegenstand verwenden, ansonsten kann die Tür schon mal zufallen, was unter den Umständen, dass das nächste Haus meilenweit entfernt steht, nicht gerade von Vorteil ist. Ein solches Problem hätte man im Laufe der Jahrzehnte zwar mit einfachen Mitteln beheben können, doch dann wäre der Film im Eiltempo beendet gewesen und nicht übermäßig ansprechend ausgefallen.
Seine Spannung bezieht die Story aus der Sicht der Hauptfigur, die nie mehr sieht oder hört als das Publikum. Natürlich ist die Unwissenheit einer Mutter eine nachvollziehbare Antriebsfeder und auch die Anwesenheit der unberechenbar agierenden Drogentypen macht die Situation nicht beruhigender. Allerdings ist Jessica nicht komplett hilflos, denn neben einem Schraubenzieher verfügt sie über einen Backstein, während sich zwischen Tür und Boden eine Lücke von etwa zehn Zentimetern befindet, durch die man wahlweise hindurchschauen oder flache Gegenstände reichen kann.
Um die Ausgangssituation nicht zu simpel zu gestalten, hat Rob allerdings einige Querbalken vor die Tür gehämmert, weil der Backstein ansonsten ausreichen würde, um das nicht übermäßig stabile Material schlicht zerdeppern zu können. Indes pokert Jennifer mitunter unerwartet hoch, was die Spannung durchaus erhöht. So wird nicht immer sogleich deutlich, wo sich die Tochter gerade befindet, ob eine dritte oder vierte Person im Haus ist und ob ein Tütchen mit Drogen nicht doch irgendwann eine Verwendung findet.
In diesem Zusammenhang ist primär die versierte Kamera zu loben, die innerhalb des engen Raums einige variable Sichtweisen findet und stets nur das Notwendigste preisgibt. Der Sound ist ordentlich abgestimmt, während sich der Score angemessen zurückhält, da die Konzentration auf die Umgebungsgeräusche im Gebäude essenziell sind. Auch das starke Spiel von Hauptdarstellerin Qualley, der Tochter von Andie MacDowell trägt das Geschehen problemlos, während Gallo in einer Nebenrolle nach neun Jahren Leinwandabstinenz ebenfalls zu überzeugen vermag.
Mit Handlungen auf engstem Raum kann es im Verlauf problematisch werden, da nicht immer rational vorgegangen wird und eine zeitliche Zuordnung eher ungenau ausfällt. Dennoch gelingt es Caruso, mit simplen Mitteln Suspense zu erzeugen, wobei die Symbolik mit den immer wieder auftauchenden Äpfeln, die einerseits für Verführung stehen und bei denen nicht alle faulen Vertreter komplett untauglich sind, gegen Ende etwas überstrapaziert wird.
Wen der kammerspielartige Charakter nicht stört, sondern entgegenkommt, erhält einen simplen, jedoch effektiven Thriller, der mit seinen 89 Minuten keine Längen aufweist und grundsolide unterhält.
7 von 10