Review

iHaveCNit: Eingeschlossene Gesellschaft (2022) – Sönke Wortmann – Sony Pictures
Deutscher Kinostart: 14.04.2022
gesehen am 17.04.2022
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kino 5 – Reihe 13, Platz 15 – 19:50 Uhr

Der aktuelle Output von Regisseur Sönke Wortmann ist schon beachtlich. Wäre die „Der Vorname“-Fortsetzung „Der Nachname“ nicht vom ersten Quartal 2022 in den Oktober verlegt worden, hätten wir mit „Contra“, „Der Nachname“ und „Eingeschlossene Gesellschaft“ innerhalb von knapp einem halben Jahr 3 Filme von Wortmann im Kino gehabt. Damit sich seine Filme aber nicht gegenseitig kannibalisieren ist das schon eine passende Entscheidung gewesen. Bei mir hätten sich die Filme aber nicht kannibalisiert. Alle stehen auf meiner Liste. Bei „Eingeschlossene Gesellschaft“, der auf einem Hörspiel und daraus adaptierten Drehbuch von Jan Weiler basiert, verschlägt es Wortmann wie auch bereits in seinem Kammerspiel „Frau Müller muss weg“ wieder in den Mikrokosmos deutscher Schulen.

Ein fehlender Punkt zum Abitur und der aufgebrachte Vater Herr Prohaska bringt die eigentliche Feierabend-Planung von 6 Lehrern eines Gymnasiums komplett durcheinander. Das noch im Lehrerzimmer befindliche Kollegium aus dem Sportlehrer Peter Mertens, der Musiklehrerin Heidi Lohmann, dem Chemielehrer Bernd Vogel, dem Lehrer Holger Arndt, der Referandarin Sara Schuster und dem für den fehlenden Punkt verantwortlichen Lateinlehrer Klaus Engelhardt hat bis 16 Uhr Zeit über den fehlenden Punkt von Fabian Prohaska zu beraten.

Sönke Wortmann macht aus „Eingeschlossene Gesellschaft“ ein spannendes, rasantes und durchaus amüsantes Kammerspiel, bei dem er sich auf ein gutes Ensemble aus Justus von Dohnanyi, Anke Engelke, Florian David Fitz, Nilam Farooq, Thomas Loibl, Torben Kessler und Thorsten Merten verlassen kann. Während Thorsten Merten großartig den verzweifelten und aufgebrachten Vater spielt, bedient der Rest des Ensembles nahezu jedes vorhandene klassische Lehrerklischee, bei dem dann auch noch bei jedem durchaus einige interessante Ab- und Hintergründe sowie Unzulänglichkeiten im Laufe der Diskussionen und Streitigkeiten aufgedeckt werden. Darüber hinaus werden zeitgemäße und vielleicht auch von der Zeit eingeholte Themen verhandelt, die aber für mich eher mehr oberflächliche Stichwortgeber sind als eine tiefgehende Diskussion. Darüber hinaus wird das Kammerspiel über einen wenn auch kleinen Nebenplot aufgebrochen, den es in meinen Augen auch nicht gebraucht hätte, gerade weil damit der Fokus auf das spannende Kammerspiel etwas verloren geht und ihm etwas Tiefe raubt.

„Eingeschlossene Gesellschaft“ – My First Look – 7/10 Punkte

Details
Ähnliche Filme