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Durch ein paar treue Anhänger wird die Mumie wieder zum Leben erweckt, um eine Bestie, halb Mensch, halb Skorpion, gespielt von Dwayne the Rock Johnson, zu besiegen. Für die beiden Archäologen und Abenteurer, die die Mumie schon einmal bezwungen haben, gespielt von Rachel Weisz und Brendan Fraser, bedeutet dies, dass sie sich mit zwei Gegnern anlegen müssen, zumal ihr eigener Sohn in die Geschichte verstrickt ist.

Nach dem beachtlichen Erfolg von "Die Mumie" war es nur eine Frage der Zeit, bis Stephen Sommers ein Sequel drehen würde, dass es jedoch noch besser werden würde, als der gelungene erste Teil war nicht abzusehen, zumal andere Sequels zu bekannten Abenteuerfilmen, wie "Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil", "Indiana Jones und der Tempel des Todes" und "Fluch der Karibik 2" bei Weitem nicht an die Originale herankamen. Wie schon bei Teil eins startet Regisseur Stephen Sommers eine rasante und ansehnliche Geisterbahnfahrt, die kaum unterhaltsamer sein könnte. Die Effekte sind dabei genauso gut, stellenweise sogar besser als beim Original und darüber hinaus sind es wesentlich mehr Action-Szenen. Es gibt kaum ruhige Minuten und zusammen mit der hervorragenden Maske, der gelungenen Abwechslung aus großen Effekt-Gewittern und Nahkampf-Sequenzen, die ebenfalls perfekt choreographiert sind und der traumhaften Kulisse der Sahara hat der Film einen wirklich hohen Schauwert. Bei dieser berauschenden Optik kann diesmal keine bedrohliche Atmosphäre aufgebaut werden, auch wenn die Musik von Alan Silvestri nicht schlecht ist, zumal Sommers noch schneller durch sein Werk hastet, aber die benötigt der Film eigentlich nicht, da er wesentlich humorvoller als der erste Teil ist und so einen gewaltigen Unterhaltungswert erreicht. Schade, dass Sommers mit "Van Helsing" anschließend wieder Mittelmaß lieferte.

Brendan Fraser, der im ersten Teil stellenweise etwas unbeholfen wirkte und teilweise etwas zu holprig durch den Film stolperte, präsentiert sich diesmal deutlich stärker und kann nicht nur als Komödiant, sondern auch in den ernsteren und emotionalen Szenen überzeugen. Darüber hinaus überrascht Fraser, der sich beim Dreh eine Rippe brach und sich mehrere Knochen stauchte, mit seinen hervorragenden Nahkampfszenen und zeigt, dass er durchaus mit Schwertern und anderen Waffen umgehen kann. Kurz vor seiner Hauptrolle in "Der stille Amerikaner" gibt Fraser also schon einmal einen Vorgeschmack, auf Leistungen, die noch kommen. Rachel Weisz, die diesmal ebenfalls mit ihren Nahkampfkünsten überzeugen kann und sich diesmal nicht scheut, nackte Haut zu zeugen, spielt genauso stark wie im ersten Teil und macht sich in allen erdenklichen Situationen wirklich gut. Zudem ist das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller wesentlich besser als im ersten Teil. John Hannah liefert erneut ein paar Lacher, verfällt aber zu oft in billigen Slapstick-Humor und auch Dwayne Johnson macht sich in seiner ersten Rolle nicht wirklich gut und zeigt, dass er vorläufig besser beim Wrestling geblieben wäre.

Die Story ist genauso weit hergeholt wie beim ersten Teil, auch diesmal gibt es die abenteuerlichsten Wendungen, eine billige Charakterkonstruktion und weder historische Fakten, noch irgendeine Form von Tiefe. Darüber hinaus könnte es kaum offensichtlicher sein, dass die Story lediglich ein Vehikel für die Action-Szenen ist und jeder Anflug von Dramatik oder Emotion wirkt aufgesetzt. Aber, wer sich bei "Fluch der Karibik" und "Jäger des verlorenen Schatzes" amüsiert hat, dürfte auch hier über die Story hinwegsehen können, zumal es bei dieser rasanten Inszenierung kaum zu Leerläufen kommt, bei denen man sich über die Story aufregen könnte.

Fazit:
Bei diesen furiosen Action-Sequenzen, den perfekt choreografieren Nahkampf-Szenen, den makellosen Effekten, den beiden starken Hauptdarstellern und den alles in allem gelungenen Gags, muss man dem nahezu perfekten Blockbuster seine schwache Story verzeihen. Die zweistündige Geisterbahnfahrt ist auf jeden Fall empfehlenswert.

91%

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