Review

Nachdem „Die Mumie“ ein veritabler Box-Office-Hit wurde, war es natürlich nur ein Frage der Zeit, bis die Fortsetzung das Licht der Leinwand erblicken sollte.Nach etwas mehr als zwei Jahren stand „Die Mumie kehrt zurück“ auf den Spielplänen der hiesigen Kinos und meine Vorfreude auf ein weiteres tempo-, action- und humorvolles Abenteuer war damals riesengroß!  

Vorhang auf, die Show beginnt! 

Der Film startet mit einem Rückblick ins alte Ägypten (wie sein Vorgänger). Der Skorpion-König (The Rock) schliesst mit dem Gott Anubis einen Pakt um Ägypten zu erobern. Der Preis für den Sieg über die Widersacher soll seine Seele sein. Die Schlacht wird gewonnen und der Preis dafür eingefordert. Fortan soll der Scorpion-King alle 6000 Jahre wieder auferstehen um die Welt zu unterjochen! 

Kurz bevor dies tatsächlich eintritt macht sich eine Gruppierung auf um dies zu verhindern. Als einziges Mittel wird die Wiedererweckung von Imhotep angesehen und nach einiger Suche wird dessen Kadaver auch tatsächlich gefunden und mit den aus Teil 1 bekannten Zutaten und Nebenwirkungen (Käfer und tote Handlanger) wieder belebt. 

Dieser Umstand ruft dann wieder die Crew aus dem Vorgänger, also Rick (Brendan Fraser), Evy (Rachel Weisz), Jonathan (John Hannah), den Wüstenkrieger (Oded Fehr) und dazu noch Rick und Evy`s vorlauten Sprößling auf den Plan um dem bösen Imhotep das Handwerk zu legen. Denn dieser willigt zwar ein den Skorpion-König zu killen, allerdings mit dem Hintergedanken, dessen Armee aus Anubis-Kriegern und auch gleich die ganze Welt zu übernehmen. 

Was dann folgt ist eine geradezu irrwitzige Highspeed-Achterbahnfahrt an Action, CGI-Effekten und etwas Humor. Also eigentlich genau das, was man an Teil 1 so mochte, nur eben von allen Zutaten noch mindestens  eine ordentliche Schippe mehr.  

Der Streifen legt ein solches Tempo vor, daß man beim ersten Mal anschauen die vielen kleineren Mängel der Story und sonstige Spaßverderber gar nicht richtig registriert. Dummerweise summieren sich diese aber in über zwei Stunden Spielzeit ganz ordentlich, wodurch dem Film letztendlich eine durchaus mögliche, deutliche bessere Bewertung meinerseits verwehrt bleibt. 

Die Probleme fangen schon im kleinen an, nämlich beim Sohn unserer beiden Helden Rick und Evy. Seine Auftritte und das damit verbundene Geschwätz sind zwar als Lacher gedacht, zünden aber meistens nicht, sondern wirken in Wort und Tat eigentlich nur gnadenlos aufgesetzt und nervig!
Die liebe Mama des kleinen Dummschwätzers, Evy (R. Weisz) ist leider auch nicht mehr die etwas trottelige, liebenswerte (aber sympathische und überzeugend dargestellte) Bibliothekarin, sondern plötzlich die treusorgende Mutter und Ehefrau mit der Attitüde einer Kampf-Reinkarnations-Amazone (Pharaos-Tochter), deren Darstellung bzw. Charakterzeichnung durch das Drehbuch bedingt ebenfalls eine dicken Minus-Punkt  für das Gesamt-Werk einfährt! 

Was aber noch viel schwerer wiegt ist die Tatsache, daß die Special-Effect teilweise wirklich absolut miserabel sind.Ich denke da bloß an die Szenen im Luftschiff. Mal ganz davon abgesehen, daß die ganze Idee ziemlich doof ist, wirken die entsprechenden Szenen, als ob meine ältesten und desillusionierendsten Blue-Screen Erinnerungen der letzten 30 Jahre ihre Wiederauferstehung gefeiert hätten. Kaum zu glauben, daß hier ein Film des Produktionsjahres 2001 vorliegt!!! 

Leider ist damit aber noch lange nicht Schluß. Auch der am Ende auftauchende Skorpion-König ist tricktechnisch eine derartige Lachnummer, daß man fast laut aufschreien möchte ob der absolut ungenügenden Umsetzung (vor allem in Anbetracht des damals aktuell machbaren!!) 

Wo Schatten ist, ist natürlich auch Licht bzw. Zwielicht! 

Das Zwielicht liefert hier ein gigantomanisch veranlagtes und seine eigentlich spärlichen Wurzeln ziemlich vernachlässigendes Drehbuch, daß in sehr vielen Belangen letztendlich versagt. Die Leichtigkeit und auch Unverbindlichkeit des ersten Teils ist dahin, die Story wird halbherzig weiterentwickelt um sich letztendlich doch zu wiederholen (Statt Evy im Vorgänger die Bücherregale, kippt diesmal der Junior die Tempelsäulen oder auch der schwarze Ersatz-Pilot Izzy, der den Platz des schrulligen Winston aus Teil 1 einnimmt). 

Gehen wir deshalb also besser ins Licht (wie Carol-Ann seinerzeit) und was finden wir dort? 

Na ja, daß was ich eingangs schon schilderte. Jede Menge an Tempo und auch einige besser umgesetzte Special-Effects wie die die bereits erwähnten, nämlich die Schlacht zwischen den Wüsten-Kriegern und der Anubis-Armee. Dazu gesellen sich auch noch ein paar schräge Späße wie die, als die (eigentlich total unnötigen) Zombie-Zwerge über die Schlucht auf dem Baumstamm rennen  und letztendlich auch abstürzen.

Und das war`s dann aber auch! 

Fazit: Wer auf pures Effekt- und Tempo-Kino ohne Wenn und Aber steht, der ist hier absolut richtig! Besser (aber auch hirnrissiger) hat dies Regisseur Stephen Sommers bisher bloß  in „Van Helsing“ hinbekommen.Für Freunde des ersten Teils wurde hier aber wieder mal  jede Menge an möglichem Potenzial zugunsten einiger leider immer noch üblicher Hollywood-Praktiken, à la „Schneller-Teurer-noch mehr Einnahmen!“, glatt verspielt..

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