Völlig zu Recht konnte Stephen Sommers (Van Helsing, Octalus - Der Tod aus der Tiefe) mit "Die Mumie" einen Erfolg verbuchen, ein Sequel musste quasi folgen, natürlich noch opulenter und ausartender. Das Drehbuch schrieb Sommers selbst und verhalf dem Wrestler Dwayne "The Rock" Johnson zu einer ausschlaggebenden Rolle. Der versuchte schon seit geraumer Zeit mit kleinen Auftritten bevorzugt in Fernsehserien in der Filmwelt Fuß zu fassen. Mit seiner Rolle als Mathayus dem Skorpionkönig ist ihm dies gelungen. Leider bringt "Die Mumie kehrt zurück" einen dicken Nachteil mit sich, denn Animationen beherrschen das Geschehen, besonders im actionreichen Finale.
Evy (Rachel Weisz) und Rick O´Connell (Brendan Fraser) sind mittlerweile Eltern des hyperaktiven Alex (Freddie Broath), trotzdem scheuen sie kein Abenteuer und finden bei Ausgrabungen den Armreif des Anubis. Mit diesem kann man den Skorpionkönig und seine Armee wieder zum Leben erwecken, auch Meela Nais (Patricia Velasquez) die Reinkarnation von Anck Su Namun, ist dahinter her. In einem Ritual erweckt sie erneut den Hohepriester Imhotep (Arnold Vosloo) aus seinem Schlaf. Leider hat Alex den Armreif ausversehen angelegt und wird kurzerhand von Imhotep und seinen Häschern entführt. Evy, Rick und Jonathan (John Hannah) machen sich sofort auf den Weg. Doch die Zeit ist knapp, denn der Armreif wird dem Träger das Leben aussaugen, sollte man nicht rechtezeitig am Ziel sein.
Die O´Connells bekommen es hier nicht nur mit Imhotep zu tun, sondern auch mit dem wütenden Skorpionkönig, der im Finale in Form einer miesen Animationen gegen Rick antreten darf. Doch zuvor gibt es erst die Vorgeschichte, hier knüpft man sogar an das Original an, denn die böse Meela Nais ist die Reinkarnation von Anck Su Namun, die damalige Geliebte des Pharaos, welche jedoch insgeheim Imhotep liebte. Auch Evy ist in das damalige Geschehen eingebunden, denn sie hat Visionen und entpuppt sich ebenfalls als Reinkarnation, nämlich von der Tochter des Pharaos namens Nefertiri. Doch im Endeffekt will Imhotep ein weiteres Mal die Welt unterjochen, dafür muss er die Armee des Skorpionkönigs unter seine Kontrolle bekommen. Nur der Armreif des Anubis führt ihn zum richtigen Ort, aber den hat sich Alex leider umgelegt und bekommt ihn nicht mehr ab. Leider musste man den sympathischen O´Connells einen vorlauten Bengel verpassen, um so auch das jüngste Publikum anzusprechen. Dieser geht einem nicht nur mit seinem Gequatsche, sondern auch mit seiner ewigen Besserwisserei auf die Nerven. Überhaupt hätte "Die Mumie kehrt zurück" ein wenig Ernsthaftigkeit nicht geschadet. Man kaspert sich hier eher durch ein turbulentes Abenteuer, wobei nur die Sprüche von Jon und dem Kamikazepilot Izzy (Shaun Parkes) wirklich amüsieren. Die Hauptfiguren Rick und Evy behalten ihre Eigenschaften, die sie so sympathisch machen, nur die kleinen Versuche Eltern zu sein gehen voll nach hinten los.
Aber das Sequel hat auch seine Stärken, zum Beispiel hat Langeweile keine Chance. Ununterbrochen wird hier verfolgt und gekämpft und einige hübsche Ideen, wie diese kleinen und scheußlichen Eingeborenen gibt es obendrauf. Natürlich mangelt es den zahlreichen Actionszenen an Härte, was besonders bei den Schlachtszenen mit schnellen Schnitten kaschiert wird. Doch darüber lässt sich hinwegsehen, viel schlimmer sind die vielen CGI-Effekte, die oft alles andere als gut ausfallen. Wie oben schon erwähnt, ist besonders das Finale katastrophal verseucht, was schon ein wenig den Spass verdirbt. Auch darf man sich fragen, wie Izzy seinen Ballon wieder in die Luft bekommen hat, um die O´Connells und Co aus der Patsche zu ziehen. Manchmal ist weniger eben mehr, so darf man sich an den sonnigen Kulissen und zahlreichen tollen Panoramabildern erfreuen, während der Score von Alan Silvestri die Chose bestens untermalt. Brendan Fraser (Tintenherz, The Air I Breathe), Rachel Weisz (Der Ewige Gärtner, The Fountain) und John Hannah (Ghost Son, Die Letzte Legion) füllen ihre Rollen mit dem gewohnten Charme gut aus, während Freddie Boath als Filius Alex reichlich an den Nerven nagt. Arnold Vosloo (Harte Ziele, Darkman 2) spielt wieder den Hohepriester Imhotep.
Dem Original in keinster Weise ebenbürtig, da viel zu übertrieben und klamaukig. Desweiteren entpuppt sich "Die Mumie kehrt zurück" als pure CGI-Orgie mit schwankender Qualität. Aber dank der vielen Action ist er unterhaltsam und Sommers punktet mit einigen tollen Einfällen. Optisch ist das Ganze ein absoluter Hingucker und Spass macht er trotz der vielen Mankos auch. Daher gebe ich knappe 6 Punkte.