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Das Sequel des Abenteuerfilms "Die Mumie“ wurde nach dem teuerer-schneller-weiter-Prinzip gedreht; seinen Vorgänger kann es allerdings nicht überbieten. Mehr Effekte, weniger Seele, aber trotzdem immer noch gute Unterhaltung. Natürlich hat Regisseur und Drehbuchautor Stephen Sommers auch dieses Mal die Filmgeschichte ausgiebig geplündert, wobei die Indiana-Jones-Filme immer noch klares Vorbild sind.
Im alten Ägypten: Nachdem die Armee des Scorpion King (Dwayne 'The Rock' Johnson) von seinen Feinden in die Wüste getrieben wurde, tötet die Hitze einen nach dem anderen, bis nur noch ihr Herrscher übrig ist. Dieser bittet den Gott Anubis um Hilfe; im Austausch gegen dessen Seele überlässt er dem Scorpion King eine Armee von schakalköpfigen Kriegern und erschafft eine Oase für den durstigen Herrscher. "Die Mumie kehrt zurück“ wartet bereits in den ersten Minuten mit Bombast-Atmosphäre und tollen Effekten auf. Lediglich das Entstehen des Oase wirkt richtig schlecht; vor allem weil es beinahe so aussieht, als stände Dwayne Johnson bloß vor einer bemalten Wand. Glücklicherweise gibt es im gesamten Film nur drei miese FX, obwohl man teilweise schon sehr deutlich sieht, dass es sich um Computer-Animationen handelt (hier war "Die Mumie“ etwas 'realistischer’).
Der darauffolgende Part, in dem Evelyn (Rachel Weisz) und Rick (Brendan Fraser) erneut vorgestellt werden, spielt neun Jahre nach dem ersten Teil. Evelyn und Rick haben inzwischen einen Sohn, Alex (Freddy Boath), und suchen gemeinsam nach Schätzen. Wie es der Zufall so will, finden sie den Armreif des Scorpion King, hinter dem auch die Diener der Mumie her sind. Alles in allem ist dieser Teil etwas langweilig, weil er absolut kein Flair hat und vorhersehbar ist.
Doch dann dreht "Die Mumie kehrt zurück“ richtig auf und spätestens in der Szene, in der Evelyn und Rick Feindkontakt in ihrem Wohnzimmer in London haben, sollte man sich mitreißen lassen. Wir erfahren, das der mumifizierte Priester Imhotep ("Harte Ziele“-Fiesling Arnold Vosloo) wiedererweckt werden soll, um mit dem Armreif die Welt zu beherrschen. Zu blöd, dass der Sohnemann Alex ihn schon angelegt hat; aber die Anhänger der Mumie kidnappen Evelyn.
Rick, Evelyn's Bruder Jonathan (John Hannah) und Ardeth Bey (Oded Fehr), der Hüter der Mumie, machen sich daher auf den Weg in ein Londoner Museum, wo sie der Erweckung Imhotep's beiwohnen müssen. Sie erfahren, das hinter all dem Imhotep's wiedergeborene Geliebte Anck-su-namun (Patricai Velazquez) steckt. Immerhin können sie Evelyn retten, aber im Gegenzug kassieren die Mumienanhänger Alex ein. Nun folgen u.a. eine Verfolgungsjagd durchs nächtliche London (Rick und Co. in einem Doppeldeckerbus vs. Staubkrieger), Flüge mit einem Luftschiff (sieht unrealistisch aus, aber gut) etc.
Immer wieder findet man Verweise auf andere Filme: Im mumifizierten Zustand erinnert Arnold Vosloo stark an seine eigene Rolle in den "Darkman“-Sequels; bei der Durchquerung eines Dschungels erfolgt ein Angriff, bei dem die Opfer in "Jurassic Park 2“-Manier im hohen Gras runtergezogen werden; einige Fights erinnern stark an "Blade“ (vor allem, weil viele Gegner zu Staub zerfallen).
Sommers scheint auch die "Scream 3“-Regeln befolgt zu haben: Denn es gibt so viele Bezüge zur Vergangenheit der Hauptfiguren; sie sind fast alle wiedergeboren; ursprünglich stammen sie aus der Zeit, als Imhotep und Anck-su-namun den Pharao betrogen un ein Verhältnis hatten. Für die Geschichte bringt dies nicht viel, aber in einer Rückblende wird einer der besten Kämpfe des Films gezeigt.
Am Anfang hatte ich bereits gesagt, dass es drei schlechte FX gibt; ich will zwar nicht zuviel verraten, aber Dwayne Johnson's zweiter Auftritt wurde von Effekt-Machern genauso in den Sand gesetzt wie der gigantische Zerstörungseffekt am Ende.
Alles in allem bietet "Die Mumie kehrt zurück" gutes Abenteuerkino; vor allem die Kampfszenen sind genial choreographiert. Humorvoll geht es immer noch zu, aber die Gags sind ebenfalls weniger gelungen als in Teil eins. Störend fällt eigentlich nur die Gigantomanie des Films auf.

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