Gerade mal zwei Jahre nach „The Mummy“ schickte Stephen Sommers einen Nachfolger auf die Leinwand. Erneut mit Brendan Fraser und Rachel Weisz in den Hauptrollen bekommt man es wieder mit Imhotep zu tun, darüber hinaus mischt auch noch der sogenannte Scorpion King mit, ein aus dem alten Ägypten stammender Kriegsherr. Das mündet in wilde Verfolgungsjagden, Schusswechsel und Konfrontationen mit allerlei monströsen Kreationen. Einiges davon dürfte einem aus dem Vorgänger bekannt vorkommen. Sommers variiert in dieser schnell auf den Weg gebrachten Fortsetzung die Formel nur leicht und ergänzt sie um einen weiteren Schurken mit wenigen Auftritten und den jungen Alex, der den Sohn des Heldenehepaares gibt. Dieser ist wenig erbaulich und wie der von John Hannah gespielte Jonathan keine Bereicherung.
Rick (Fraser) und Evelyn (Weisz) funktionieren zwar immer noch ganz gut, doch muss dieses Sequel seinen Blick so oft überall haben, dass der filmische Zusammenhalt leidet und dadurch auch die Figurenchemie. Ein noch recht unverbrauchter Dwayne Johnson taucht auch mal kurz auf, geht aber in dem ganzen visuellen Effekt-Brimborium unter wie vieles andere. CGI gibt es in Massen, aber selten in gut. Das hindert den Streifen nicht daran, einem diese Effekte immer wieder in Massenszenen, Großaufnahmen und ganzen Landschaften um die Augen zu hauen. Sieht nicht besonders aus und über den Scorpion King selbst legt man besser die Sanddüne des Schweigens. Mit seinen Szenen vor blauer Tapete sieht das Ergebnis letztlich noch künstlicher aus als der Vorgänger. Dieser war in Sachen visuelle Effekte auch keine Sternstunde, im Vergleich zum hier Gebotenen aber schon geradewegs zurückhaltend.
Die auffallend blutleere Schnitzeljagd bietet immerhin eine gewisse Rasanz und will wohl auch genau das liefern. Als wilder Ritt bietet dieser zweite Teil durchaus etwas, doch wirkt er überladen und büßt so einiges von dem angepeilten Abenteuercharme ein. Da hatte der Vorgänger mit seiner Mischung aus mildem Grusel, Witz und Action noch eine bessere Balance gefunden. Dazu kommt ein in meinen Ohren nerviges Sounddesign, bei dem jede Bewegung mit einem Säbel ein schneidendes Geräusch macht. In der Masse ist das auf die Spielzeit bezogen einfach nur anstrengend.
„No harm ever came from opening a chest.“
Manchmal ist von allem mehr am Ende weniger.