Review

So hat sich Ruben seine Flitterwochen wohl kaum vorgestellt: Gleich am ersten Tag erwischt er seine frisch Angetraute mit einem stämmigen Franzosen im Bett!
Von Selbstzweifeln geplagt lernt der Versicherungsmakler die ausgeflippte Kellnerin Polly kennen und beginnt sogleich eine Affäre mit ihr. Langsam wird Ruben klar, dass er sein Leben, in dem er nie auch nur das kleinste Risiko eingegangen ist, ändern will.
Stoff für eine kurzweilige Beziehungskiste, die glücklicherweise nie mehr sein will als sie ist: Harmlose Sonntagnachmittag-Unterhaltung - dementsprechend einfallslos und frei von Überraschungen ist die gesamte Inszenierung einschliesslich der Gags. Es ist schon ein Armutszeugnis, dass die Drehbuchschreiber sich nicht mehr als ein blindes Frettchen (wie niedlich=)) und eine Darminfektion aus den Fingern saugen konnten, die scheinbar als Running-Gags gedacht waren, aber leider extrem unlustig sind (zumal man das Frettchen schon ausgiebig im Trailer bewundern durfte). Dass das Ganze auf ein Happy-End hinausläuft, dürfte sowieso niemand angezweifelt haben, entscheidend ist gerade bei einer Liebeskomödie der Weg dahin, und der ist leider mehr als dürftig.
Auch die Darsteller passen sich diesem Niveau bestens an: Ben Stiller und Jennifer Aniston bleiben gänzlich farblos, womit auch die Romanze selber, die ja eigentlich der Kernpunkt des Films ist, vollkommen unglaubwürdig erscheint. Es fehlen ausgefeilte Dialoge, die den Figuren etwas Leben einhauchen, so dass sie dem Zuschauer zumindest nähergebracht werden. So kann letztlich auch keine Sympathie entstehen, die selbigen dazu veranlasst, den Charakteren ihr Glück auch zu gönnen. Stattdessen lässt einen das Techtelnechtel der beiden ziemlich kalt und man macht Bekanntschaft mit diversen Nebencharakteren, die entweder nur als Knallchargen fungieren (Philipp Seymore Hofman) oder schlichtweg peinlich sind (Andy Garcia). Ziemlich dreist geklaut ist die Figur von Rubens Vater, der angeblich nie redet, aber kurz vor Schluss mit einem "Schlüsselmonolog" unseren Protagonisten auf den richtigen Weg bringt - Kevin Smith lässt grüssen.

Ein Machwerk nach Hollywood-Komödien-Schema F.
Derart belanglos, dass man sich nicht einmal grossartig darüber aufregen kann, höchstens über die verschwendete Zeit.

3/10

Details
Ähnliche Filme