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Irgendwo in einer US-amerikanischen Suburb sitzt Detective Edward Sutton (Robert Prowse) in einer schäbigen Wohnung und wartet auf die Rückkehr seiner Frau Rose. Der Mittfünfziger hat eine Verletzung am Bein, weswegen er schon längere Zeit nicht mehr im Dienst ist. An den häufigen Gebrauch von Schmerzmitteln ist er bereits gewohnt, und so sinniert er langsam vor sich hin, während er auf seine irgendwo auswärts arbeitende Frau wartet. Die erreicht er zwar telefonisch, doch ist dort ein Sturm aufgezogen, weswegen sie in einem Motel zu übernachten gezwungen ist. Es kann möglicherweise sogar noch ein paar Tage dauern, bis sie kommt.
Sutton schmeißt weiter Pillen ein, als sie im Radio eine Vermisstenmeldung durchgeben: die junge Lisa ist offensichtlich entführt worden und wird gesucht. Sutton hört plötzlich merkwürdige Geräusche aus dem Keller, die er sich nicht erklären kann. Zwischendurch schimpft ihn sein Vermieter durch die geschlossene Tür, daß er nicht so einen Lärm machen soll. Als dann jedoch das Telefon klingelt und ein verängstigtes junges Mädchen dran ist, das in einem dunklen Raum gefangengehalten zu werden scheint und um Hilfe bittet, ist sich Sutton sicher, daß sich die gesuchte Lisa in seinem Keller befindet...

Die schwedische Produktion Sutton's Case krankt schon in mehrerlei Hinsicht an den üblichen Maßstäben: zum einen bewegt sich Hauptdarsteller Sutton ausgesprochen langsam und behäbig und vermag seiner Figur in diesem nahezu als Ein-Personen-Stück zu bezeichnenden Streifen somit kaum Sympathie zu verleihen, zum anderen spielen sich weite Teile des Films in fast völliger Dunkelheit ab, in der man beinahe nichts zu erkennen vermag außer Suttons Feuerzeug, das immer wieder ausgeht. Den Mangel an Bildmaterial versucht die Regie dafür mit allerlei Popsongs älteren Semesters auszugleichen, was freilich nicht darüber hinwegtäuschen kann, daß im Verlauf der 77 Minuten praktisch nichts passiert: in ständigen Wiederholungen läuft der Detective vom Wohnzimmer eine Treppe in die Dunkelheit hinunter, schlägt dort gegen Türen und Wände und telefoniert dann wiederum im Wohnzimmer, um kurz darauf wieder in die Dunkelheit zu entschwinden.

Es gibt beinahe nichts, was an Sutton's Case bemerkenswert oder auch nur auffällig wäre, außer daß der Hauptdarsteller Zigarren raucht und ausschließlich analoge Geräte wie ein Wählscheibentelefon oder ein Diktiergerät mit Cassetten benutzt. Die Auflösung des Ganzen riecht man dann allerdings schon meilenweit gegen den Wind und mag sich hinterher fragen, ob diese ohnehin nicht ganz neue Story eines alternden Cops nicht besser in einem 10- bis 12-minütigen Kurzfilm untergebracht gewesen wäre; so aber quält man sich über eine Stunde lang mit dem schwerfällig-langweiligen Sutton herum, dessen größte Anstrengung darin besteht, ein einziges Mal vor die Tür zu treten und das Nummernschild eines vorbeifahrenden Autos zu notieren. Nein, so einen Mist braucht niemand: 2 Punkte.

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