Review

Die Entstehungsgeschichte um „Blood from the Mummy’s Tomb“ ist fast kurioser als der Film selbst. Dennoch zeigt sich einmal mehr, dass die Hammer-Studios, egal in welchem Horrorgenre auch immer, eine Bank sind. So ist auch diese Verfilmung einer Geschichte von Bram Stoker gelungen.


Der Geburtstag seiner Tochter Margaret (Valerie Leon) vom Archäologen Prof. Fuchs (Andrew Keir) steht kurz bevor. Er schenkt ihr einen großen roten Rubin als Ring. Was für Margret zunächst nur wie ein wunderbares Geschenk aussieht, soll sie in Wirklichkeit schützen. Im Keller des Hauses hat Prof. Fuchs Überbleibsel aus einer alten Expedition in Ägypten. Dort fanden sie das Grab der bösen Königin Tera (Valerie Leon). Die Expidition kann es nicht glauben, denn Teras Körper ist auch nach dieser unglaublich langen Zeit perfekt erhalten, nur ihre Hand wurde damals von den Priestern abgehackt. Zur gleichen Zeit, als sie das Grab fanden, starben Fuchs’ Frau und auch seine Tochter. Doch als er den Ring aufsetze, begann das Herz des kleinen Mädchens wieder zu schlagen. Da Margarete genau so aussieht wie Tera, glaubt Fuchs an eine Reinkarnation. Doch schnell zeigt sich, dass der Ring genau das Gegenteil bewirkt. Tera nimmt Einfluss auf Margarete und besorgt sich so alle Relikten, die unter den Forschern damals aufgeteilt wurden. Der dubiose Corbeck hilft Tera, ihr Ziel zu erreichen...


Scheinbar ziehen gerade Mumienfilme seltsame Gerüchte an, wurde doch auch dieser Mumienfilm (obwohl es so gesehen gar keine Mumie gibt) Opfer einiger Todesfälle. Regisseur Seth Hold starb noch während der Dreharbeiten, so dass der Film von Michael Carreras fertiggestellt wurde. Hinzu kam der wohl tragische Fall mit Peter Cushing. Eben dieser sollte die Hauptrolle des Julian Fuchs spielen, doch starb auch Cushings Ehefrau Helen genau in dieser Zeit. Cushing fühlte sich nicht mehr in der Lage, irgendwelchen schauspielerischen Aktivitäten nachzugehen, so dass die Rolle vom Schotten Andrew Keir übernommen wurde, den man z.B. als Mönch in Draculas Rache kennt.

Doch all diese Hindernisse konnten nicht dafür sorgen, dass dieser Film schlecht wurd,e ganz im Gegenteil. Der Film überzeugt, auch wenn er für den einen oder anderen vielleicht zu Begin ein wenig zu langatmig sein könnte. Dennoch überzeugen Bauten und Musik, es sieht alles andere als billig aus.
Neben Andrew Keir sehen wir die ehemalige Erotikdarstellerin Valerie Leon in einer Doppelrolle das Margarete Fuchs und Königin Tera. Ob man sie extra wegen ihrer Schauspielkunst verpflichtete, sei mal dahingestellt, hat Valerie Leon doch andere Argumente, sie in einem Film unterzubringen. Besonders im Gewand der Königin Tera zeigt sie mehr, als das sie verhüllt. Nun gut, hier wollten die Hammer-Studios wohl langsam mit der Zeit gehen und machten das selbe wie schon in Bakers „Scars of Dracula“. Die Blut- und Sexschraube wird deutlich angezogen für Hammer-Verhältnisse.

So wundert es auch nicht, dass dieser Film der bis dato blutigste Mumienfilm der Hammerzeit ist. Dies beschränkt sich allerdings meistens auf aufgerissene Hälse, welches aber recht professionell aussieht. Zwar sind andere Tricks z.B. die abgehackte Hand leicht zu durchschauen, doch verfehlen sie ihre Wirkung nicht und sind schon recht erstaunlich blutig, für eben einen Hammerfilm. Hinzu kommt der erhöhte Erotikfaktor, der von Valerie Leon ausgeht. Es wird zwar nicht schlüpfrig, dennoch erahnt man sofort, worauf hingezielt wurde.

Der Film hat eine recht lange Einleitung, fast eine Stunde, dann nimmt der Film aber ordentlich Tempo auf. Durch Rückblenden erfährt der Zuschauer immer mehr, so dass der Film wenn alles klar ist, loslegen kann und diverse Leute um die Ecke bringt. Dies endet natürlich in einem Finale, in dem Königin Tera wiedererweckt werden soll. Das Finale ist aber recht kurz, da hätte ich mir noch ein wenig mehr gewünscht. Immerhin gibt es zum Schluss noch einen recht böse Einstellung.


Fazit: Hammer-Fans kommen auch an diesen Film nicht vorbei. Schade ist nur, dass eben nicht Peter Cushing in der Hauptrolle zu sehen ist. Andrew Keir ist aber ein solider Ersatz. Sonst gibt es eine recht stimmungsvolle Musik und einige blutige Effekte. Ungeduldige Personen werden wohl mit diesem Film nichts anfangen können, da er sich viel Zeit für die Entwicklung nimmt. Doch der Film ist es wert. „Blood from the Mummy’s Tomb“ zählt zu den besten Mumienfilmen (ohne Mumie), da gibt es zig andere Gurken aus diesem Genre.

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