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Zugegeben, dieser ganze Mumien- und Pharaonen-Popanz zählt nun wirklich nicht zu meinen favorisierten Horrorgeschichten. Nachdem mich aber bereits „Die Rache der Pharaonen“ wirklich gut unterhielt, hatte ich der ebenfalls den britischen „Hammer Film Productions“ entsprungenen 1971er Regiearbeit von Seth Holt und Michael Carreras auf Basis einer Geschichte Bram Stokers doch etwas mehr zugetraut. Dabei beginnt „Das Grab der blutigen Mumie“ mit seinem einmal mehr irreführenden deutschen Titel furios und erfreut den Genrefan mit einer hübschen halbnackten ägyptischen Göttin und allerlei blutigem Geschmodder. Damit hatte man sein Pulver aber leider auch weitestgehend verschossen, denn was folgt ist eine wirr und zusammenhanglos wirkende Abfolge an zähen Einzelsequenzen mit den immer gleichen Effekten, die stellenweise gar in belangloses Trash-Niveau abdriftet und mitunter wie eine kostengünstige TV-Produktion wirkt. Eine „blutige Mumie“, wie man sie sich als bandagiertes, zombieartiges Geschöpf vorstellt, gibt es weit und breit nicht zu sehen, lediglich mysteriöse Todesfälle reihen sich aneinander. Fairerweise muss dabei aber berücksichtigt werden, dass der Filmdreh unter keinem guten Stern stand, verließ doch der eigentlich als männlicher Hauptdarsteller eingeplante Peter Cushing aufgrund des Todes seiner Frau schon am ersten Drehtag die Produktion und musste durch Andrew Keir ersetzt werden. Zudem verstarb auch Regisseur Seth Holt, dessen unfertiges Werk von Michael Carreras vollendet wurde. In Anbetracht dieser Umstände hat man sicherlich versucht, noch das beste draus zu machen, trotzdem fiel das Ergebnis eher unbefriedigend aus. Da hätte es möglicherweise gut getan, für die 1970er-Jahre nicht unüblich etwas an der Erotik-Schraube zu drehen, die im Ansatz durch Valerie Leons Doppelhauptrolle ja durchaus gegeben war. In seiner letztendlichen Form wirkt dieses möglicherweise ambitioniert gestartete Projekt leider nur allzu durchschnittlich. Schade.

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