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Mumien waren nie so das Ding der Hammer Studios und in den Siebzigern ging es mit der Filmschmiede ohnehin ein wenig bergab. Cushing schmiss den Dreh wegen seiner kranken Frau und Regisseur Seth Holt verstarb mit nur 47 Jahren noch während der letzten Drehtage.
Immerhin bringt Hauptdarstellerin Valerie Leon zwei überzeugende Argumente im schwarzen Nachthemd mit, - ihr Talent ließ sie offenbar in der Geraderobe.

Als die Göttin Tera aus dem Sarkophag geborgen wird, stirbt die Frau des Wissenschaftlers Fuchs (Andrew Keir), während Tochter Margaret (Leon) zur selben Zeit das Licht der Welt erblickt.
Jahre später erhält Margaret einen antiken Rubin und damit mehren sich die Zeichen von Teras Wiederauferstehung...

Nach einem halbwegs atmosphärischen Einstieg in Ägypten, bei dem die abbe Hand der Göttin kurzzeitig ein spaßiges Eigenleben führt, sind eine ganze Weile Geschwätz und Possenspiel angesagt. Das Overacting nahezu sämtlicher Beteiligter erheitert zwar, fördert jedoch nicht die anberaumte Grundstimmung im Sinne böser Vorzeichen.
Kurze Ausflüge in eine Irrenanstalt, Besuche bei ehemaligen Archäologen und der Aufenthalt bei einer Wahrsagerin verschaffen nur minimale Abwechslungen, zumal die eigentliche Geschichte nur schwer in Gang kommt.

Miss Leon offenbart zwar ihren nackten Arsch im Mondschein, ein paar Flashbacks zeugen von überlegtem Make-up und Andrew Keir performt gar nicht mal übel, doch in Sachen Atmosphäre muss man lange auf eine einsame Gasse im Nebel warten, denn die Behausungen nebst Inventar zeugen von wenig Stimmung und auch der Score bringt meistens nur ein halbwegs markantes Thema. Zu lange dümpelt das Geschehen vor sich hin, obgleich früh klar ist, wer hier die Reinkarnation antreiben dürfte.

Ein gewisser Charme ist dem Ganzen zwar nicht abzusprechen und ein paar kleine Splattereinlagen (vorzugsweise offene Hälse, meistens durch böse Schwingungen ausgelöst) sind zu erhaschen, doch in Sachen Spannung sind hier keinerlei Höhepunkte auszumachen, selbst der Showdown erfährt keine Steigerung.

Fans der Filmschmiede nehmen den natürlich mit, doch außer einigen atmosphärischen Momenten fehlen ihm die typischen Stärken von Hammer. Markante Mimen sind kaum an Bord, die Ausstattung fällt allenfalls zweckdienlich aus, während die unausgegoren erzählte Story kaum Suspense erzeugt.
Leider nur Mittelmaß.
5,5 von 10

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