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Ein sonnendurchflutetes Grundstück mit vielen Hektar Obstbäumen um einen Bungalow herum scheint einem Gelegenheitsdieb (Jason Segel) ein lohnendes Ziel zu sein, als er dort herumstreunt und und sich auch Zutritt zum Haus verschafft. Doch gerade als er sich mit ein wenig Diebesgut davonmachen will, kommen die Besitzer nach Hause: eine unvorhergesehene Situation, die den Einbrecher dazu verleitet, einen Software-Millionär (Jesse Plemons) und seine junge Frau (Lily Collins) vorerst als Geiseln in deren Eigenheim festzuhalten.
Um den für alle Beteiligten unangenehmen Vorfall zu einem gütlichen Ende zu führen, schlägt der etwas abgehoben und zynisch auftretende Hausbesitzer eine größere Lösegeldsumme vor, die er beschaffen lassen will, damit der Einbrecher, der keinen Plan zu haben scheint, mit einer stattlichen Summe dann auch sicher verschwindet. Doch ganz so schnell geht es nicht, erst am nächsten Tag soll das Geld da sein - den dreien steht eine gemeinsame Nacht bevor, in der keiner von ihnen wirklich Schlaf findet...

Mit ruhigen, friedlichen Bildern läßt Regisseur Charlie McDowell in Windfall eine Allerweltssituation entstehen, die zu Beginn ein Psychoduell zwischen Dieb und Millionär vermuten läßt - leider erweist sich die ungeplante Geiselnahme dann allerdings als Strohfeuer, denn die drei Charaktäre, die hier agieren und verhandeln, vermögen weder Interesse noch irgendeine Spannung zu erwecken: Ein großgewachsener Einbrecher mit einigermaßen guten Manieren, der mit der Situation allerdings überfordert ist, da er sich nie Gedanken über einen Plan B gemacht hatte, ein zynisch und bisweilen überheblich daherredender Unternehmer, dessen Software viele Arbeitspätze vernichtet hat (mehr erfährt man nicht und will es ehrlich gesagt auch gar nicht) sowie seine Frau in der Rolle des hübschen Anhängsels diskutieren ohne allzugroßen Elan über irgendwelche Belanglosigkeiten, um die Zeit totzuschlagen. Die dabei zutage tretenden Charakterzüge erweisen sich als durch die Bank unsympathisch, und da auf dem ebenso malerisch wie einsam gelegenen Grundstück von außerhalb keine Hilfe zu erwarten ist, breitet sich schon ab Filmmitte gähnende Langeweile aus.

Anhand der Dialoge, die von hilflosem Smalltalk bis zu manch seltsamen Anmerkungen reichen und bisweilen Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Drehbuchs säen (Humor kann man das nicht wirklich nennen, auch daß die Protagonisten nur CEO, Wife und Nobody heißen statt richtiger Filmnamen), mag der eine oder andere Zuseher vielleicht schon vorzeitig aufgeben - um dies zu verhindern, darf dann am nächsten Morgen ein vierter Darsteller im Drei-Personen-Stück aufkreuzen, was die fade Geschichte aber auch nicht wirklich weiterbringt. Ganz am Ende erfolgt dann noch eine völlig unmotivierte Bluttat, die weder zum Vorhergegangenen passt noch sonstwie zu erklären ist: ein "krönender"(?) Abschluß dieser Netflix-Produktion, deren Inhalt in einen Kurzfilm von 10 Minuten Länge gepasst hätte.
Fazit: Eine mittelmäßige Grundidee, bis zum Gehtnichtmehr in die Länge (92 Minuten) gezogen, uninspiriert dargebracht und daher unbedingt zu vermeiden: 2 Punkte.

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