"Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse": Ein durchwachsenes Finale
„Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse“ wollte viel – ein episches Finale, emotionale Tiefe, politische Intrigen, tierische Magie und ein bittersüßes Liebesdrama zwischen Dumbledore und Grindelwald. Leider gelingt dem Film nur ein Teil davon.
Positiv hervorzuheben ist die visuelle Gestaltung: Die Magie funkelt, die Wesen sind liebevoll animiert, und die Welt wirkt detailreich und lebendig. Besonders das qilin ist ein schönes Sinnbild für Unschuld und Wahrheit – ein durchweg gelungenes neues magisches Wesen. Auch Jude Law als Dumbledore und Mads Mikkelsen als Grindelwald tragen mit starker Präsenz zur Glaubwürdigkeit bei. Ihre Szenen sind von subtiler Spannung durchzogen, obwohl das emotionale Gewicht ihrer Vergangenheit nur angerissen wird.
Inhaltlich jedoch wirkt der Film oft überladen. Zu viele Figuren, zu viele Schauplätze und zu viele Pläne, die sich gegenseitig aushebeln. Der Plot folgt einer Art „Verwirrungsstrategie“, die wohl Spannung erzeugen soll, aber eher für Desorientierung sorgt. Charaktere wie Tina oder Nagini fehlen nahezu völlig oder werden mit einem Nebensatz abgehakt. Das wirkt wie verschenktes Potenzial.
Die politische Ebene – Grindelwalds Wahlmanipulation und seine gefährliche Ideologie – ist zwar relevant, wird jedoch oberflächlich behandelt. Statt tiefer Auseinandersetzung gibt es schnelle Lösungen durch magische Kreaturen und Zufälle.
Emotional fehlt dem Film der große Payoff. Dumbledores Konflikt mit Grindelwald wird zu hastig aufgelöst, Credence bekommt kaum Raum, und die Hochzeit von Jacob und Queenie – eigentlich ein emotionaler Höhepunkt – wirkt gehetzt und kitschig. Hier hätte man mit mehr Ruhe und Tiefe mehr Wirkung erzielen können.
Es ist ein Film mit tollen Momenten, starken Schauspielern und schöner Magie – aber leider auch mit strukturellen Schwächen, zu vielen Figuren und erzählerischer Hektik. Als Abschluss einer Trilogie bleibt ein leicht enttäuschendes Gefühl zurück. Für eingefleischte Fans des Wizarding World ist er einen Blick wert – für alle anderen eher ein Film, der zeigt, dass große Ideen nicht immer auch groß erzählt werden.