Review

Wenn es sich nicht gerade um einen Erotik-Thriller handelt, nimmt eine Szene, in der Mann und Frau im Bett dönern grundlegend Fahrt heraus. Kommt eine solcher Moment in einem Spionagefilm vor und liefert damit fast schon Abwechslung, spricht das Bände über den Unterhaltungswert des Streifens.

Vor acht Jahren musste die CIA in Wien nahezu tatenlos erleben, wie Extremisten eine tödliche Geiselnahme in einem Flugzeug vollzogen, bei der 120 Menschen starben. Nun mehren sich Hinweise, dass es seinerzeit einen Maulwurf, einen geheimen Informanten zu den Kidnappern gab. CIA-Agent Henry (Chris Pine) trifft seine ehemalige Geliebte und Ex-Kollegin Celia (Thandiwe Newton) in einem Restaurant, um ihr auf den Zahn zu fühlen…

Als der dänische Regisseur Janus Metz das Skript von Autor und Drehbuchverfasser Olen Steinhauer erhielt und Chris Pine dieses ebenfalls las, mutierte er vor lauter Begeisterung zum Executive Producer. Von jener Begeisterung wird allerdings wenig auf die Leinwand projiziert.

Komplett ausbleibende Action ließe sich noch verkraften, wenn denn die Charaktere und deren Dialoge zünden würden. Dabei bildet das Gespräch im Restaurant lediglich die Rahmenhandlung für zahlreiche Flashbacks, doch auch diese fallen überaus dialogorientiert, geradezu geschwätzig aus. Zudem wird mit diversen parallelen Zeitebenen gearbeitet und es werden verschiedene Sichtweisen bemüht, doch auch hier will einfach kein Tempo aufkommen, noch packt die Suche nach dem vermeintlichen Verräter.

Dabei ist auf visueller Ebene vieles stimmig, das Ambiente des Restaurants ist edel, aber nicht überkandidelt, während Aufnahmen in Wien und London angemessen trüb erscheinen. Auch die Chemie zwischen Pine und Newton stimmt, wobei Erstgenannter ein wenig an den in die Jahre gekommenen Pierce Brosnan erinnert und auch noch einen Wodka Martini bestellen will.

Es sind tatsächlich die letzten Minuten, die den Stoff doch noch ein wenig retten, indem zwei, drei kleine Wendungen geliefert werden. Allerdings berührt er trotz ausgezeichneter Darstellerleistungen nicht auf emotionaler Ebene, was hinsichtlich des tragischen Kerns der Geschichte ziemlich schade ist. Aber ein langweilig aufgebauter Film bleibt unterm Strich eben ein Langweiler.
4,5 von 10

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