Review

Sam Raimi, der einst den „Tanz der Teufel“ choreographierte, ist Genrefreunden natürlich ein Begriff. Wenn der ein Langfilmdebüt maßgeblich produziert, sind die Erwartungen entsprechend hoch, zumal dem Cover eine simple, jedoch effektive Boshaftigkeit mitschwingt. Im Film ist davon jedoch wenig zu spüren.

Amanda (Sandra Oh) wohnt mit ihrer Teenagertochter Chris (Fivel Stewart) auf einer abgelegenen Farm und lebt von der Imkerei. Seit ihrer Kindheit ist Amanda vom Missbrauch durch ihre Mutter traumatisiert und meidet alles, was mit Strom zu tun hat, weshalb es rund um die Farm keinen gibt. Als eines Tages ihr Onkel mit einem Koffer ihrer verstorbenen Mutter auftaucht und auf eine traditionelle, koreanische Beisetzungszeremonie drängt, weigert sich Amanda vehement. Doch das ruft den rastlosen Geist ihrer Mutter auf den Plan…

Umma ist der koreanische Begriff für Mutter und um eine Mutter/Tochter - Beziehung geht es in erster Linie im Horrordrama von Autorin und Regisseurin Iris K. Shim. Allein durch die Isolation und die begrenzten Möglichkeiten fehlt Chris alles, was Mädchen ihres Alters als alltäglich betrachten. Stattdessen gibt es Gaslampen, Bücher und Brettspiele, während ihr nahezu einziger sozialer Kontakt ein Gemischtwarenhändler (Dermot Mulroney) in der Nähe ist, der ihr bereits den Besuch einer Uni nahe gelegt hat, was einen ernsten Konflikt in der ansonsten vermeintlich harmonischen Beziehung andeutet.

Mit etwas besser ausgearbeiteten Figurenzeichnungen hätte der Stoff als reines Drama womöglich besser funktioniert, zumal beide Hauptdarstellerinnen überzeugend performen.
Denn die Anflüge von Horror in Form leichter jump scares kommen deutlich zu selten und offenbaren wenig Einfallsreichtum, wenn im Halbdunkel Schemen sichtbar werden, die Titelgebende in ihrer Heimatsprache beschwörende Sätze von sich gibt und als kleiner Schmunzeleffekt ein neunschwänziger Fuchs per CGI auf der Bildfläche erscheint.

Dabei mangelt es insgesamt an Schauwerten und obgleich die Lokalität der Farm in Ansätzen Atmosphäre schürt, bleibt der Stoff über weite Strecken zu ereignisarm. Besonders im Mittelteil hätte es mehr Tempo und gleichermaßen mehr Spuk gebraucht, was im viel zu kurz abgehandelten Finale nicht mehr ausgeglichen werden kann.
Lediglich die Hintergrundgeschichte der verbitterten Mutter erscheint nachvollziehbar, jedoch wird diese ein Stück weit zu kitschig eingebunden, wogegen der Ausgang einigermaßen versöhnlich stimmt.

Trotz passablen Handwerks und fähiger Mimen hinterlässt der Streifen keine bleibende Wirkung. Er liefert von allem zu wenig und funktioniert auf Dramenebene eher als auf der des Horrors, da er in diesem Bereich weitgehend ideenlos, blutarm und ineffektiv daher kommt.
Knapp
4 von 10

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