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Menstruation. Ein Thema das alle Menschen betrifft. Alle? Wirklich. Auch die kleine Mei Lee scheint unter den Sorgen des weiblichen Geschlechts zu leiden. Tagsüber in der Schule, nachmittags in dem Geschäft ihrer Mutter, in der Freizeit ultimativer Fan einer Boygroupband und verliebt in einen minimal älteren Jungen aus einem Kiosk. Nun wir schreiben das Jahr 2002. Und trotzdem scheint nichts zu sein, wie es in diesem Jahr mal war. Die Menschen sind fromm, fröhlich und frei. Bieder wäre noch untertrieben. Die asiatische Herkunft spielt sicher auch eine Rolle, doch die bleibt weitestgehend untergeordnet, viellmehr geht es darum das ein Fluch Mei Lee ereilt hat, der sie zu einem roten Panda werden lässt. Und das Witzige daran ist: fast alle Frauen aus ihrer Familie sind mit diesem Fluch aufgewachsen (Geschlechterrolle und -thematik mit inbegriffen). So wacht Mei Lee auf, ist ein großes, rotes Fellknäul geworden, was putzig aussieht und schnell zum Hit in ihrer Schule wird, was sie gewinnbringend ausnutzen will, um sich Konzertkarten ihrerer Lieblingsband leisten zu können. Dumm nur das gerade jetzt alle Tanten und die Großmutter auf den Plan treten, um sie von der Last des Pandaseins zu befreien. Metapher, ich hör unterdessen nur Metapher. Das Frauenthema und das weibliche Erwachsenendasein wird hier so dermaßen ausgeschlachtet, dass es für einige Zuschauer sicher ziemlich öde, uninspiriert und langweilig wird. Für einen Animationsfilm von Pixar (und leider von Disney) stellenweise doch zu rührselig, zu dramatisch und kaum wirklich witzig, denn die Figuren sind leicht aggressiv, plakativ dargestellt und sind ziemlich hyperaktiv, was nicht schlecht sein muss, wenn es sich um Bugs Bunny und seine Freunde handeln würde. Denn wenn wir konträr sein wollen, müssen wir auch konträre Handlungen schaffen. Hier sieht man nur eine hysterische 13jährige wie sie ausflippt, durchdreht und mit Stress ihrem eigenen, besonderen Ich begegnet. Das hat mich eher gestresst als wahrscheinlich die wirkliche Zielgruppe, für die der Streifen ursprünglich bestimmt war. Der Animationsfilm ist in der Realität angekommen, nicht physikalisch, sondern physisch. Disney nutzt Themen, die recht banal sind, um den Deckmantel der grandiosen Optik darüber zu legen, was hier nur noch bedingt funktioniert. Anarchie und Chaos in kleinen Dosen - vergesst dabei die Tampons und die vielen wichtigen Gespräche nicht. "Rot" sieht man sich einmal an, weil toll animiert. Die erwachsen wirkende Geschichte bleibt dabei recht phantasielos, und solide in der Erzählweise.

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