The Asylum machen vor kaum einem Blockbuster halt und bevor Emmerichs „Moonfall“ wegen Belanglosigkeit in Vergessenheit gerät, wird rasch ein Mockbuster hinterher geschoben. Viel Zeit bleibt in der Regel für so eine Produktion nicht und entsprechend sparsam sieht das Ergebnis aus.
Die Luna 5 ist mit Rohstoffabbau in Form von Bohrungen auf dem Mond beschäftigt, als ein Teil abbricht und als riesiger Meteor auf die Erde zu stürzen droht. Indes versuchen das ehemalige Forscherpaar Steven und Amanda eine Lösung mithilfe von EMP zu finden, bevor er die Erde erreicht…
Wenn Asylum Katastrophenfilme produziert, kommen überwiegend katastrophale Filme dabei heraus. Im vorliegenden Fall könnte die Chose kaum minimalistischer ausfallen. Fünf Leute auf der Luna 5 und nur drei auf der Forschungsbasis auf der Erde, - natürlich in der Mojave-Wüste, damit keine Statisten benötigt werden. Zählt man die unregelmäßigen Anweisungen eines Generals hinzu, ergeben sich zweieinhalb Handlungsstränge, die trotz einigermaßen flotten Tempos zu keiner Zeit Spannung generieren.
Zum einen nimmt sich das Unterfangen jederzeit sehr ernst und zum anderen wird definitiv zuviel verbal taktiert. Die Schauspieler, die womöglich von einer Zeitarbeitsfirma für den Job freigestellt wurden und entsprechend unbeholfen performen, schleudern mithilfe der noch schlechteren Synchro einige sinnfreie Dialoge in die Weiten des Alls: „Wir treffen hier oft schwere Entscheidungen, - aber manche sind besser als andere.“ Ja klar, und nachts ist es kälter als draußen.
In Sachen Action sind ebenfalls keinerlei Schauwerte zu erwarten. Einschläge in San Francisco bieten bereits den traurigen Höhepunkt einer Szene, die nur zwei Sekunden dauert. Andere Einschläge rund um die Station sind deutlich billiger gestaltet und scheinbar ist es inzwischen preiswerter, per CGI Luft aus Autoreifen zu lassen, als tatsächlich zwei zu schrotten, was unterm Strich zum einzigen Schmunzler innerhalb der 90 Minuten führt.
Leider bietet der Rest zu wenig Trash der charmanten Art, etwa als ein Teleskop inmitten der Wüste ausgerichtet und nach einer Sekunde sogleich die Luna am Himmel ausgemacht wird, obgleich sie sich eigentlich noch mitten im All befindet. Bewegungen auf der Mondoberfläche sehen immerhin halbwegs authentisch aus, doch mit der Glaubwürdigkeit ist es spätestens vorbei, wenn Solarmodule zum Bündeln von Laserstrahlen eingesetzt werden.
Der auffallend geringe Aufwand der Produktion führt zu vielen einfältigen Abläufen, die weder unterhaltsam, noch in sonstiger Form ansprechend ausfallen. Um sich selbst bei Laune zu halten, könnte man allenfalls noch eine Strichliste mit Genreklischees anfertigen: Die Asiatin ist für die technischen Berechnungen zuständig, der General zieht als erstes eine atomare Lösung in Betracht…
Knapp
3 von 10