Review
von Leimbacher-Mario
The Lost City of D(ate Movies)
Abenteuerfilme gibt’s heutzutage viel zu wenig. Und wenn, sind es leider oft solche CGI-Enttäuschungen wie die neuen Jumanjis oder gar Indy 4. „The Lost City of Z“ war da vor wenigen Jahren die rühmliche, bodenständige, zurückgenommene Ausnahme. „The Lost City“ aus diesem Jahr - mit Sandra Bullock, Channing Tatum, Daniel Radcliffe und Brad Pitt (!) - ist sozusagen die Antithese zu dem eher arthousigen Dschung'ler - ein wildes Augenzwinkern aus Abenteuer in grün, Slapstick in modern und Romantik in nie-ernst. Hier spielt die immer-liebenswerte Bullock eine megaerfolgreiche aber ausgebrannte und desillusionierte Schriftstellerin recht platter Abenteuerromanzen. Und als sie dreist nach einem Promotermin gekidnappt wird, liegt es an ihrem ebenso platten Coverstar sie zu retten und mit ihr in ein ganz reales Urwaldabenteuer abzudriften…
Was „Uncharted“ letztes Jahr nur ansatzweise schaffen konnte (erst recht gemessen an den damit nahezu überberstenden Games), kann nun „The Lost City“ erstaunlich fluffig und ungeniert einlösen. Ein Abenteuer voller Herz und Action, voller Explosionen und Kitsch (an den richtigen Stellen), voller Eskapismus und Exotik, Setpieces und Natur, großer Bilder und großer Gesten. Die richtigen Zitate, top Tempo, gut aufgelegte Stars an allen Ecken. Der Look nie zu „Studio“, die Chemie (gerade zwischen dem Hauptpärchen) natürlich Funken sprühend. Dazu gelingt noch manch eine Situationskomik und sogar der so typische Comedy-Sidekick stört nur ein wenig. Das macht Spaß, das gibt Gas. Das ist hübsch, das ärgert kein Stück. Das ist eine gute Wahl für's erste Date, egal ob Kino oder Couch. Damit kann eigentlich jeder etwas anfangen und das ist Hollywood in einem erfreulich unbeschwerten „Ich nehm mich selbst auf die Schippe“-Modus. Und das meist komplett ungezwungen und unaufgesetzt. Nicht zu berechnet oder abgekartet. Wie im 2016er „Ghostbusters“ hätte das brutal schief gehen können - tut es aber zum Glück nicht!
Fazit: herrlich selbstironischer Dschungeltrip - nicht bleibend, aber starbesetzt, locker, kurzweilig, ungefährlich!