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Der Trend, Geschichten von Horrorfilmen in vergangenen Dekaden spielen zu lassen hält weiterhin an. Da man es in jüngster Zeit mit Ausflügen in die 80er ein wenig übertrieb, liefern die 50er eine durchaus willkommene Abwechslung.

Kalifornien in den späten 50ern: Nach der Trennung von ihrem grobschlächtigen Mann bezieht Laura (Christina Ricci) mit ihrem 7jährigen Sohn Cody (Santino Barnard) ein abgelegenes Landhaus. Während sie als Stenotypistin rasch wieder in den Berufsalltag zurückfindet, kapselt sich Cody zusehends ab. In der Schule findet er keine Freunde und am nahe gelegenen Teich wähnt er übernatürliche Erscheinungen, die ihm im Schlafzimmer aufsuchen wollen. Auch Laura bleiben die merkwürdigen Veränderungen an ihrem Sohn nicht verborgen…

Im Düsterbereich dominierten in den 50ern unter anderem die Monsterfilme von Jack Arnold, was Regisseur Chris Sivertson zweifach aufgreift. Einerseits läuft im Fernsehen ein Film mit einem Monster in einem Gewässer, andererseits entsteigt dem Teich ebenfalls eine Kreatur. Das Algenmonster leidet allerdings unter zu gelackten Computereffekten, was unter anderem in Form von schwarzem Rauch und ebenso dunklen Fußabdrücken negativ zutage tritt.
Die übrigen, eher rar gesäten Effekte werden hingegen deutlich subtiler eingesetzt.

Eine Stärke des Streifens ist eine stets präsente und grundsolide aufspielende Ricci, auf deren Figur die Geschichte nahezu komplett zugeschnitten ist. Sie repräsentiert eine nach außen hin starke Frau und aufopferungsvolle Mutter, die trotz jener demonstrierter Kraft latent zerbrechlich wirkt. Jungmime Barnard performt ebenfalls ordentlich, indem er mehrheitlich zurückhaltend auftritt, in entscheidenden Momenten aber durchaus in der Lage ist, mit feinen Nuancen Rätsel über seine Entwicklung aufzugeben.

Trotz des rundum gelungenen Settings innerhalb der oftmals sonnendurchfluteten Kulisse, was die allgemeine Harmoniebedürftigkeit jener Zeit angemessen untermauert, finden sich im Verlauf einige redundante Momente (Berufsalltag), während die Entität zu selten bedrohliche Ausmaße annimmt. Hier und da flackert mal eine Wohnzimmerlampe, ein Blick auf den nächtlichen Teich kündigt Ungemach an, doch der Schrecken äußert sich wenig kreativ, noch zieht er in seinen Bann.

Erst zum Finale nimmt der Stoff ein wenig an Fahrt auf, indem er einen finalen Twist präsentiert. Diesen hat es in ähnlicher Form zwar bereits einige Male gegeben, doch er erscheint über weite Teile schlüssig und lässt nur wenige Aspekte im Unklaren.
Allerdings kaschiert er nicht, dass die Entwicklung bis dorthin zuweilen reichlich lahm und uninspiriert abläuft.

Die 50er, einschließlich einiger Songs von Bill Haley und Buddy Holly, solide Darsteller und eine taugliche finale Wendung retten das ansonsten eher einfallslose Konstrukt noch in Richtung Mittelmaß. Wer reihenweise Erschreckmomente, Paranormales oder gar Brutales erwartet, sollte indes mit Vorsicht herangehen.
5 von 10

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