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"Das Kindermädchen" basiert auf der Romanvorlage von Dan Greenburg, welcher zusammen mit Stephen Volk (Gothic, Octane) das Drehbuch verfasste. Nach "Der Exorzist" beschäftigte sich Regisseur William Friedkin endlich mal wieder mit dem Genre Horror, leider nicht so effektiv wie damals 1973. Mit "French Connection" erlangte Friedkin Weltruhm. Jüngst lieferte er uns den Actionthriller "Die Stunde des Jägers" und sein neuer Film "Bug" erscheint bald auf DVD.

Kate (Carey Lowell) und Phil (Dwier Brown) brauchen dringend ein Kindermädchen, da kommt ihnen die erfahrene Camilla (Jenny Seagrove) wie gerufen. Keiner der Beiden ahnt, dass Camilla einem Druidenkult angehört, welcher seinem Gott den Bäumen, unschuldige Babyopfer bringen muss. Zu spät ziehen Phil und Kate Erkundigungen über das vermeintliche Kindermädchen ein, denn für Camilla ist nun der Zeitpunkt gekommen, das junge Leben zu opfern. Dafür schreckt sie auch vor blutigen Morden nicht zurück und der Kult verleiht ihr übersinnliche Kräfte.

Man kann diesen Film nicht mit dem Psychothriller "Die Hand an der Wiege" vergleichen. Hier geht es um Horror, leider versehen mit einigen übertriebenen Einlagen. Camilla muss einem alten Baum Babyopfer liefern, dafür helfen ihr Geschöpfe des Waldes wie Wölfe, oder auch der Wald selbst, bei der Durchführung ihrer Tat, oder besser gesagt um lästige Opfer zu entsorgen. Morde sind zwar rar gesäht, aber ganz schon blutig. Vor allem der Tod der drei Punker bleibt einem im Gedächtnis, denn sie werden vom Baum regelrecht hingerichtet. Kopf abgeschlagen, aufgespießt, oder von den Wölfen zerissen, so entledigt sich Camilla ihrer Opfer, dass sie an Phil und Kate scheitert, dürfte dem Zuschauer klar sein. Friedkin´s Werk ist auch recht vorhersehbar, hat aber einige wirklich gruselige Momente, wie den Mord an Ned Runcie (Brad Hall), oder das Finale, welches dank der Kettensäge ein wenig an "Tanz der Teufel" erinnert. Phil darf ordentlich die Säge schwingen, dabei spritzt das Blut literweise, aber ich finde Camilla ist viel zu schnell besiegt.

Für mich fallen auch die phantastischen und damit zu übertriebenen Elemente negativ ins Gewicht. Camilla fliegt wie Superman durch die Lüfte, kann ihr Äusseres verändern, löst sich in Luft auf, verwandelt sich in einen Wolf. Das mag für den Genre kenner zum Horror dazugehören, aber ich kann damit herzlich wenig anfangen. Auch die Story hat so ihre Hänger. Warum Camilla bis jetzt noch nie aufflog, obwohl sie die Stadt nicht verließ und ihre Opfer nicht weit weg voneinander leben, bleibt ein ewiges Rätsel. Und auch wenn der Film nur knapp 90 Minuten läuft, trotzdem gibt es ein paar langweilige Passagen. Zu wenig Morde und Action, zu dosiert setzt Friedkin den Horror ein. Dabei ist die Kulisee wirklich unheimlich. Man wohnt etwas abgelegener, hinter dem Haus der düstere Wald mit jenem großen Baum, welcher die Babies verschlingt. Auch der Score ist sehr gut gelungen, ganz besonders die Titelmelodie. Ein paar bekannte Gesichter sind auch mit an Bord wie Bondgirl Carey Lowell als Kate, Theresa Randle als Kindermädchen, Miguel Ferrer als Konzernchef, oder Xander Berkeley als Detective.

Atmosphärischer, teils spannender Horror mit ein paar blutigen Goreeinlagen. Die Darsteller sind durchweg ordentlich, aber der Plot zu vorhersehbar und langsam erzählt.

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