Alle Kurzkommentare


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Es hat schon seine Gründe, warum William Friedkin nie in einem Atemzug mit Regisseuren wie Craven, Carpenter, Kronenberg oder Romero genannt wird: Der Mann hat außer DER EXORZIST nichts groß im Genre vorzuweisen. DAS KINDERMÄDCHEN ist mehr gewollt als gekonnt. Das übernatürliche Böse verschafft sich Zugang in eine Familie, erschleicht sich Vertrauen, aber hat schreckliche Pläne - kennt man alles. Irgendwo zwischen DAS OMEN, DER KUSS und DIE HAND AN DER WIEGE liegend präsentiert uns der bemühte Okkultismus-Fantasyhorror die paar obligatorischen blutigen Todesszenen von reichen Yuppies, die für ihre Neugier oder Hybris "bestraft" werden müssen. Vieles von dem, was hier gruselig oder verstörend rüberkommen soll, wirkt unfreiwillig komisch, insbesondere die Titelfigur, wie sie ihrem Monsterbaum Menschenopfer darbringen will.

4

Kann mich nur noch dunkel dran erinnern, was sich hier abspielt: Eine junge Familie bekommt ein Kind und stellt ein Kindermädchen (eine noch recht knackige Milf) ein, dass tagsüber auf das Baby aufpassen soll. Was keiner weiß: Die Nanny betet in ihrer Freizeit gerne dunkle Mächte an und huldigt dem Satan. Und da kommt ihr das Neugeborene als Opfer gerade recht… Bei „Das Kindermädchen“ handelt sich’s um zutiefst durchschnittlichen Horror mit einer leichten Prise Okkultismus. Highlight des Films ist ganz klar das Finale, in dem der Familienvater mit einer Kettensäge den „Teufelsanbeterbaum“ zersägt, wobei ungefähr so viel Blut wie im Showdown von „Braindead“ spritzt. Ansonsten tut sich hier aber nicht viel, weswegen mein Fazit auch lautet: Platter, unorigineller und absolut nichtssagender 90er-Jahre-Horror, den man echt nicht gesehen haben muss. Dann doch lieber Fran Drescher...

6

Eher unbekannter Okkult-Schocker von William Friedkin, der zwar zu keinem Zeitpunkt die Klasse von Meisterwerken wie "Brennpunkt Brooklyn", "Der Exorzist" oder "Leben und sterben in L.A." erreicht, dem geneigten Horror-Freund jedoch mehr als solide Kost bietet. "Das Kindermädchen" kann durch gute Darsteller und eine nicht alltägliche Thematik punkten; zudem verstand es Friedkin ähnlich wie bei dem bereits erwähnten "Der Exorzist" einige Bilder zu erzeugen, die sich tief in das Gedächtnis des Zuschauer brennen dürften. So verursacht z.B. das erste Auftauchen der Kojoten mächtig Gänsehaut. Der Streifen ist desweiteren mit einigen Gore-Einlagen gespickt, deren Härte für eine Ami-Produktion im Major-Vertrieb ungewöhlich ist. Fazit: blutig-unterhaltsame Schauermär, die zwar keine Maßstäbe setzt, aber zumindest bei Genre-Fans mehr Beachtung verdient, als sie bisher bekam.

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